|
Downloads Gästebuch Kontakt Impressum Ein Vermächtnis Hans Popkens, Sippenforscher
|
|
Dokumente:
Stammtafeln: |
Heftumschlag DinA4
Die
Hillert Popken Sippe
Heft 4 – 13 Blätter
F
A M I L I E N
V E R B A N D Unserer Sippenältesten, der Lehrerwitwe Frau Trientje Tongers geb. Popken zum Gedenken geb. 14.8.1856, Dunum, gest. 1.11.1957, Langeoog, im hohen Alter von 101 Jahren u. 78 Tagen
1956 mit ihrem Sohn, Pastor i.R. Joh. Tongers, geb. 06.09.1881, Langeoog
Inhaltsverzeichnis
Zusammengestellt von Hans Popken, Oldenburg-Etzhorn 1957
Allgemeine Nachrichten über die Hillert- Popken- Sippe
Seit Jahrhunderten sitzt die Sippe Popken in Hohenkirchen im Wangerland auf den alten Erbbesitzen. Zu Landeswarfen, früher Lanswerfen, davor Lauerenswerfen, liegt auf den Ländereinen von Gralf Popken die alte Burgstelle Lauerens. Mehrere Meter hoch erhebt sich noch heute erkennbar die rechtwinkelig Grabenumgebene Burgstelle. Viele Steine großen Formats sind im Burggelände zu finden. Hier befand sich in der Zeit der friesischen Selbstverwaltung die Wasserburg der Richter des Wangerlandes und der Häuptlinge von Lauerens und Hohenkirchen. Daneben erheben sich weitere Warfen, die anfangs Lauerenswerven und heute alle zusammen Landeswarfen heißen. In den mittelalterlichen Urkunden finden die Glieder des Geschlechtes von Lauerens mehrfacher Erwähnung. Im Jahr 1294 unterschreibt Hillert der Ältere eine Urkunde, in der eingedeichte Ländereien der Kirche zu Hohenkirchen vermacht werden. Ab 1306 erscheint zu Lauerens Hillert der Jüngere, der einen Streit zwischen Jever und Bremen schlichtet. Ein Hero von Lauerens vermittelt 1317 einen Handelsvertrag zwischen Jever und der holländischen Stadt Harderwyck. Die Richter und Häuptlinge von Lauerens- Hohenkirchen finden noch in den Jahren 1331, 1354, 1355, 1359 und 1400 mehrfache Erwähnung, besonders bei Schlichtung von Streitfällen, Abschwörung wegen Unterstützung von Seeräubern. Der Name Hillert findet seine Fortsetzung durch alle Generationen. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts schlichtete Hillert von Lauerens (der Dritte) einen Familienerbstreit wegen des Nachbesitzes der Reiseburg zu Stedesdorf bei Esens im angrenzenden Harlingerland, wobei Side Popken, der Sohn des Popke Idzeken zu Reiseburg, jämmerlich den Tod fand. Zu Lauerens erscheint nach 1500 dann der Landrichter zu Jever, Hillert Popken, auch Poppe Hillert Poppen genannt, der laut Erbregister (1542) zu Lauerens den geschlossenen Besitz der alten Häuptlinge besaß. Er war als Landrichter zu Jever ein bedeutender Mann und leitete zusammen mit dem Rentmeister und Kanzler Remmer von Seediek die Geschicke des Jeverlandes. In der Gemeinde Wiarden bei Hohenkirchen besaß Hillert Popken noch eine Burgstelle, das spätere adligfreie Gut Sparenburg. Sein Sohn gleichen Namens, Junker Hillert Popken der Jüngere, war mit Marie von Drebber verheiratet, die von einem adligfreien Gut bei Jever stammte. Die Hauptlinien der Hillert-Popken-Sippe wohnten zu Stumpens bei Wiarden und auf sonstigen Warfen in der Gemeinde Hohenkirchen und im ganzen Wangerland. Als Vor- oder Zuname kommt der Name Hillert (Popken-Hillers) in allen
Zweigen immer wieder vor. Auch in Verbindungen mit anderen Vor- und Zunamen. Zur
Zeit des Landrichters Hillert Popken wohnte zu Hohenkirchen auf einer Stelle zu
Lauerenswerven (Landeswarfen) der lange Frerk, der Stammvater der Familie
Ibbeken. Er war gleichfalls ein begüterter Mann und war 2 Fuß größer wie die
größten Friesen. Nach dem Erbregister von 1587 kaufte Lange Frerk eine weitere
Stelle von Hillert Popken dem Landrichter, die jetzige Stelle Landeswarfen- Süden,
nahe der alten Burgstelle Lauerens, jetzt Gralf Popken gehörig. Der Sohn des
Langen Frerk, Ibbik Lange Frerk, und dessen Nachkommen, die Ibbeken, hatten
mehrfache verwandtschaftliche Beziehungen zu den einzigen Gliedern der
Hillert-Popken-Sippe durch Versippung. Durch Gralf Ibbeken und Remmer Ibbeken
kamen die Namen Gralf und Remmer in die beiden Popken-Linien, die bis zur
Gegenwart noch blühen. Auf Landeswarfen heißt seit Generationen der Hoferbe
immer wieder Gralf. Die anderen Linie, Remmer Popken von Werdum bei Landeswarfen,
hat aus der Gemeinde Hohenkirchen viele Zweige ins ganze Jeverland und in das
angrenzende Harlingerland gesandt. Der Name Remmer kam, wie schon gesagt, aus
der Familie Ibbeken, aber davor offensichtlich von Remmer von Seediek, derselbe
wird nach einer Urkunde als Blutverwandter des Remmer Ibbeken bezeichnet.
Vor mehreren Jahrzehnten sind dann aus einem Zweig der Remmer Popken Linie zu Funnix- Wittmund mehreren Popken nach der Vereinigung Staaten von Nordamerika ausgewandert. Dort in den U.S.A. wohnen viele Nachkommen dieser Auswanderer als angesehene Farmer. Die Popken und Ibbeken sind also unverwandte Familien friesischer Herkunft, wobei die immer wiederkehrenden Berufe als Pastor und Lehrer bemerkenswert sind. In der Familie Ibbeken waren im Laufe der Generationen 16 Namensträger Pastor, und in der Familie Remmer Popken kommen in der Generationsfolge 18 Lehrer bis zur Gegenwart vor. Aber zu Landeswarfen wohnen immer noch nach alter Väter Sitte die Erbhofbauern auf 3 Höfen. Zu Landeswarfen-Süden wohnt z. Zt. Gralf Popken der XI , zu Landeswarfen-Westen z. Zt. Gerd Popken und zu Landeswarfen-Norden Menno Popken, vorher Conrad Popken. Die jüngste Generation zu Landeswarfen führt den Namen Gralf, Remmer und Hillert. In der Stadt Oldenburg, wo seit 3 Generationen ein Zweig der Remmer-Popken-Linie wohnt, heißt die jüngste Generation ebenfalls Gralf, Remmer und Hillert. Seit 400 Jahren sind die Hausmarken und Wappen der Familien Ibbeken und Popken überliefert. Die Wappen zeigen in ritterbürtiger Heraldik den halben Adler, die Reichskrone, Lilien, Kleeblätter, Ähren und Hausmarken. Auf den Grabsteinen der Familiengrüfte in den Kirchen zu Hohenkirchen und Wiarden sind die Wappen noch zu sehen, ebenfalls am Hause zu Landeswarfen-Süden. Am Taufstein und an der Kanzel in Hohenkirchen befindet sich geschnitzt das Ibbeken- Wappen. Als freie Friesen und als begüterte Leute führten sie voller Stolz
diese Zeichen im Wappen, nämlich die Reichskrone und den halben Reichsadler,
wobei wohl zum Ausdruck kommen sollte, daß sie als freie Friesen nur dem Kaiser
und Reich untertan wären. Der Ursprung und Sinn unsere Wappen lässt sich durch
verschiedene Überlieferungen begründen. Der altfriesische Wappenspruch fasst
diese Sagen zusammen und besagt, daß die Friesen in fernen Ländern für Kaiser
und Reich kämpfen, wofür die Kaiser in die Schilde der Kämpfer die Krone und
den halben Adler setzten. Wappenspruch (lt. Mitteilung von Hauptlehrer Eden,
Heidmühle):
Zahlreiche Friesen aus den Stämmen der West- und Ostfriesen beteiligten sich im 12. und 13. Jahrhundert an den mehrfachen Kreuzzügen ins Heilige Land Palästina. Ebenso beteiligten sich Friesen als Kämpfer für das christliche Abendland an den Heerfahrten nach Ostpreußen zur Ostlandsiedlung (1143), an der Livlandfahrt (1198) und an der Gotlandfahrt (1225). Außerdem steht geschichtlich fest, daß es schon in karolingischer Zeit eine eigene friesische Kolonie in Rom gab, die ein Hospital zur Aufnahme der Pilger hatte und dort auch eine eigene friesische Nationalkirche besaß, wie Pastor Ibbeken in seiner Familiengeschichte ausführlich behandelt. Aus dieser Zeit (um 800) ist das sagenhafte Freiheitsprivileg Karls des Großen (768-814) an die Friesen vom Jahre 802 überliefert. So führt Sello in seinem Werk: Östringen und Rüstringen, S. 25-28, dieses Pseudo Carolineum an. Das Privileg spricht von der Verleihung der Kaiserkrone und sonstigen Rechten. Sechs alte Städte der Niederlande haben seit Jahrhunderten das Ehrenrecht, in ihrem Wappen die Krone der römisch-deutschen Kaiser zu führen. Zu ihnen gehört auch die westfriesische Stadt Bolsward. Die Stadtflagge zeigt die Kaiserkrone und den Reichsadler mit den Farben des friesischen Westergo blau und weiß. Der Gau Westergo ist einer der sieben Seelande, wozu auch Rüstringen gehört.
Im Rüstringer Sendrecht des 13. Jahrhunderts ist vermerkt: Tha hwet wi fresa tha kinig kerle von tha sigun schondum Sigun hundred volkes santon Da sandten wir Friesen dem König Karl von den sieben Seelanden dieben Hundertschaften Volkes Das Freiheitsprivileg Karls des Großen
Auf das obige Privileg sind die Kronen zurückzuführen, die auf Siegeln und Münzen von Häuptlingen Friesland zwischen Ems und Weser zu Ende des 14. und während des 15. Jahrhunderts neben dem persönlichen Wappen des Siegelführers oder Münzherrn erscheinen, so schreibt Archivrat Sello. Nach Ansicht des alten friesischen Schriftstellers Wiarda ist das Friesenprivileg 1247 ausschließlich, in Anlehnung an das sagenhafte Freiheitsprivileg von 802, für die Zwecke des sechsten Kreuzzuges angefertigt unter Hinzufügung allerlei Rechte, und in Groningen von den Kreuzfahrern den Friesen vorgelegt, um sie zur Teilnahme zu bewegen. Vielfach wird das Freiheitsprivileg als Fälschung bezeichnet. Es ist jedoch Tatsache, wie verschiedene Urkunden des 14. Jahrhunderts beweisen, daß die Friesen an diese alten verliehenen Rechte glauben. Einer dieser Urkunden, datiert vom Jahr 1337 (Oldbg. Urkundenbuch, Band Jever, S.26, Urkunde 43), spricht auch vom Freiheitsprivileg Karls des Großen: König Philipp VI. fordert die friesischen Gemeinden zum Anschluß an ihn auf, indem er sich auf ihre kirchliche Rechtgläubigkeit und die Freiheit beruft, die ihnen sein Vorgänger und Stammvater Karl der Große verliehen hat. Der Friesendichter Hermann Allmers berichtet in seinem Marschenbuch: Als Kaiser Rotbart einen Zug nach Rom unternahm, gesellte sich eine Anzahl junger Friesen zu seinem Heere. Bei einer Verschwörung retteten sie dem Kaiser das Leben, zum Lohne wollte er sie zu Rittern schlagen. Stolz jedoch lehnten die Friesen ab und sprachen: „Lasse das, du ehrst uns nimmer damit, sintemal wir unser Land schon dem Meere abgerungen und im Besitz hatten, ehe es einem von jenen zum Lehen gegeben war“. Da freute sich der Kaiser ihres Stolzes und sprach: „So ich euch nicht anders ehren kann, möget ihr des Reiches Adler fortan in eurem Schilde führen zum Gedächtnis, daß ihr so wacker mitgekämpft zu des Reiches Ehre“.
Gemeint ist Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa oder Rotbart (1152-1190). Das Hermann Allmers Wappen zeigt auch den halben Adler. Eine Quelle dieser Sage gibt er nicht an. Kreuzzug war der Höhepunkt des Kreuzfahrerruhmes unseres Stammes. Auf der Hinreise kämpften die Friesen erfolgreich gegen die Sarazenen in Spanien. Papst Honorius III. war des Lobes voll über die Tapferkeit und Kühnheit der Fiesen. Ihr Empfang im patrimonium Petri, wo sie überwinderten, war herzlich und ehrenvoll. Auch Wilhelm von Holland brauchte die Friesen im Kampf um die deutsche Königskrone. Sie eroberten für ihn die Krönungsstadt Aachen. Sie werden als satis voluntarii genannt und more inpatientes (vergl. Chronik Ibbeken). Der mehrfache Zug der Friesen nach dem Süden läßt sich auch in der Schweiz nachweisen. Dort gibt es in der Gegend von Freiburg viele Ortsnamen, die an Ortsnamen des Jeverlandes anklingen, z.B. unser Lauerens und Giffers = Jever, Friesenheid, Frieswil, Düdingen (Düddingen in Butjadingen), Botterens (Bottens), Kottens (Kattens), usw. Alle diese Namen sind, wie ersichtlich, im Laufe der Jahrhunderte durch veränderte Schreibweise entstellt. Aber Jever hieß auch bei uns früher Gevers-Givers. Und Lovens ist wohl unser Lauerens im Jeverland. Sagenhafte Beziehungen zwischen der Westschweiz und dem Norden waren schon immer bekannt. Man denke an die Haslisage und die ostfriesische Einwanderung, die Sage vom Friesenweg (vergl. Vortrag von Obervermessungsrat Schmeyers, Oldbg. Nachrichten v. 6.4.1938) In die Zeit der Kreuzzüge fällt die Entstehung des deutschen
Ritterordens. Während der Belagerung von Ptolemais in Palästina errichteten im
Jahre 1190 Bürger aus Bremen und Lübeck ein Hospital für das Heer der
Kreuzfahrer. Die Kaiserliche Bewilligung zur Einführung des Ordens wurde im
Jahre 1191 verliehen, Die Bestätigung vom Papst Innocentius III. folgte erst am
19.2.1198. In diesem gleichen Jahr ging die Stiftung an Geistliche von edlem
Blute über, die den Orden der Deutschen Ritter bildeten. Der Orden wurde
nacheinander von folgenden Hochmeistern geführt: Hendrik Walpot (1191), Otto
von Kerpen (1200), Hermann von Bort (1206), Hermann von Salza (1210), Conrad von
Thüringen (1239), Gerhard von Malberg (1241), Heinrich von Hohenlohe (1244), Poppo
von Ostrenga (1253), d.i. Poppo, entsprossen aus dem gräflichen Hause von
Wertheim (vergl. Geschichte der Poppenaburg, später Popkensburg genannt und älteste
Nachrichten über Lauerens=Landeswerfen). Der vierte Hochmeister des Ordens, Hermann von Salza, verzog 1221 nach Europa, wo der Orden sich nach Osten (Marienburg) und nach Westen (Utrecht-Holland) ausbreitete. Die Herrschaft des Osten wurde unterteilt nach Ländern, Provinzen und Balleien. Die Länder wurden geführt von Landmeistern oder Landkommandeuren, zuerst in Preußen und Livland. Den Landmeistern unterstanden die „Provinciales“ oder „Balyers“. Jede „Balje“ war wiederum zusammengestellt aus verschiedenen Häusern (Klöstern). Im Jahre 1244 war „Poppo von Ostrenga“ Landmeister in Preußen, nachdem er es besiegt hatte. Dieser Poppo wurde, wie schon gesagt, der achte Hochmeister des Ordens und starb 1263 in Breslau/Schlesien. Er wurde dort in der St. Jakobskirche, dem sogenannten Kreuzherrenstift, beigesetzt.
Während in Preußen und Livland der Landmeister führte, hatte der Deutschmeister die Führung in Franken, Hessen, Thüringen, Westfalen, Lothringen, Sachsen und Utrecht (Holland). Auch die in England gelegenen „commanderyen“ sind wahrscheinlich dem Deutschmeister unterstellt gewesen. Einer dieser Kommandeure des Ordens war „Bruder Johannes“ auch Jan genannt. Er lebte zwischen 1220-1300. Als jüngerer Sohn und daher bestimmt für den geistlichen Stand, kam er als Ritter vom Deutschen Orden nach Utrecht (Holland), als dort eine Ballei errichtet wurde und erbaute auf der Insel Walcheren eine Burg, die „Poppenaburg“, später Popkensburg genannt. Die Urkunden der Popkensburg melden nichts über seinen Vater, vielleicht war er ein Sohn Hillert des älteren von Lauerens im Jeverland. Die Herrschaft um die Popkensburg herum nannte er St. Laurens, ebenso die bei der Popkensburg gelegene Kapelle nach seinem Heimatort Lauerens im Wangerland (Jeverland). Im Jahr 1268 schenkte er an das Deutsche Haus zu Utrecht Ländereinen und wurde 1271 Kommandeur des Ordenshauses. Nach 1290 kehrte Jan von der Popkensburg nach Utrecht zurück, wo er auch starb. So berichtet der Verfasser des Buches: „Die Popkensburg von St. Laurens“. Das Archiv der Popkensburg, worüber ein gedrucktes Verzeichnis vorliegt, befindet sich heute im Ryksarchiv zu Middelburg auf Walcheren, nachdem die Popkensburg abgetragen wurde. Hierdurch war es möglich, diese Einzelheiten der alten Ordenzeit zu erforschen. Herr Rechtsanwalt Meerkamp van Embden von der dortigen wissenschaftlichen Vereinigung hat sich dieser Aufgabe gewidmet. Die holländischen Forschungsergebnisse wurde unter Einbeziehungen des ältesten Teiles der Chronik von Landeswarfen in einem Buch zusammengestellt. Eine Abbildung der Popkensburg befindet sich ebenfalls in diesem Buch. Leider wurde die Popkensburg wegen Baufälligkeit im Jahre 1863 abgerissen. Nach dem Grundrißplan und dem Bild war die Burg eine Wasserburg mit Zugbrücke, doppelten Gräben und einem Torgebäude, ähnlich dem schönsten Schloß von Ostfriesland, dem Wasserschloss von Gödens.
Über Landeswarfen und der alten Burgstelle Lauerens sind noch folgende ältere Nachrichten überliefert: Im 12. Jahrhundert ließ sich hier ein italienischer Graf mit einer ganzen Colonie nieder. Weiter schreibt Martens: „Landeswarfen hat drei schöne Landwohnungen. Die hieselbst befindlichen zwei Berge, wovon einer abgebauet, scheinen der Sitz der alten Häuptlinge von Hohenkirchen vor Alters gewesen zu sein“ (Originalhandschrift von Martin Bernhard Martens, cand.jur., in seiner Historisch- geographischen Beschreibung der Stadt und Herrschaft Jever, 1781 u. 1786), - (vergl. auch Chronik Ibbeken und Sello, S.109). Wer war nun dieser angebliche Graf aus Italien? Hierüber fehlen alle Nachrichten. Aber unter Heranziehung der vorhergehend geschilderten Geschichte des deutschen Ritterordens, wonach es heißt: "1253 zu den noch anwesenden Rittern, welche am ersten das Grundgebiet Preußens betraten und die ganzen Eroberungen von diesen Ländern mitgemacht hatten, gehörte Poppo van Oestrenge, gesprossen aus dem gräflichen Hause von Wertheim, welche vor Jahren Landmeister von Preußen gewesen war“, lässt sich die Nachricht von Martens erklären. Der Landmeister Poppo, der spätere Hochmeister des Deutschen Ritterordens, kann mit diesem angeblichen Grafen aus Italien identisch sein. Der deutsche Orden kam ja um diese Zeit aus Italien und breitete sich im Osten und Westen Deutschlands aus. Vergeblich habe ich aber in den Stammtafeln der Grafen von Wertheim den vorgen. Poppo gesucht. Hier muß also eine falsche Nachricht vorliegen, oder Poppo war ein unehelicher Sohn eines Grafen von Wertheim, er wird ja auch nicht als Graf bezeichnet, sondern es heißt: entsprossen aus dem gräflichen Hause von Wertheim. Nur Martens spricht von einem Grafen. Jedenfalls wird er als „van Oestrenge“ bezeichnet. Damit ist zweifellos Jeverland mit gemeint. Das Jeverland hatte die drei Gaue, Östringen, Rüstringen und Wangerland, wobei Östringen und Wangerland häufig zusammen genannt werden, wie aus den Urkunden über die Richter und Häuptlinge von Lauerens hervorgeht (Hauptquelle: „Der Deutsche Orden“ von Rechtsanwalt Baron d. Ablaing van Giessenburg, Mitglied von der Geschichtlichen Gesellschaft von Nieder-Sachsen, 1857, S.352).
Unter Berücksichtigung dieser vorhergehenden Nachrichten darf angenommen werden, daß Poppo, aus Italien zurückkommend, die Warf zu Hohenkirchen Lauerens benannte, nach dem Heiligen von Rom, „St. Laurentius“. Pastor Woebken behandelt in einem Artikel der „Tide“ Hefte, 1921/22, Heft 10, die Vergangenheit von Landeswarfen und seinen Bewohnern, den Häuptlingen von Lauerens und die Familien Ibbeken und Popken und schreibt: „In der Kette der Dorfwarfen, die sich von Wiarden bis Ussenhausen erstrecken, liegt zwischen Hohenkirchen und Gr. Werdum „Landeswarfen“, eigentlich Loverinze, Lauerens oder Lauerenswarfen. Die Benennung nach einem Laurentius ist für einen alten Warf auffällig. Sicher hatte er anfänglich einen anderen Namen“ usw.
Die einzelnen Urkundenüber das Geschlechts Lauerens
1294: "Hilderadi senioris" stiftete der Kirche zu Hohenkirchen eingedeichte Ländereien (Oldbg. Urk. B., Band Jever, 18) 1306:
„Hilderich von Lowenerze“ schlichtet zusammen mit dem Östringer Richter Meyo
Tammana und dessen Sohn Hillert einem Streitfall zwischen Jever und
Bremen (Oldbg. Urk. B. , Band
Jever, 23) 1331: “juvene Hyderadi de Laurense” vermittelt wiederum einen Streitfall (Oldbg. Urk. B., Band Jever, 39). 1354:
„Hilderadus de Lowrinze“ und die übrigen Richter „judices terrarum
Ostringia et Wangia“ schreiben an den Bremer Domdekan Mauritius betreffs der
eingeforderten Jahreszinsen (Oldbg. Urk. B., Band Jever, 54) 1355: „ Hilderd de Laurens-Werven“ schlichtet eine Sühne und leistet den Eid. 120 Mark und der Verlust aller Güter trifft denjenigen, der einen von der Gegenpartei totgeschlagen hat (Oldbg. Urk. B., Band Jever, 55) 1359: „Hilderadus de Laurens“ betreibt mit anderen Richtern und Häuptlingen die Wahl Edo Wimekens zum ersten Häuptling und Landesführer über Rüstringen, Östringen und Wangerland (Oldbg. Urk. B., Band Jever,56) 1400: „Hildert Meyena, hoftling tho Lowrinze und Gokerken“ (Lauerens und Hohenkirchen = Gokerken, d.h. Gaukirche) , übernahm am 25. Mai 1400 in Emden den Hansenstädten gegenüber die Verpflichtung, nie wieder Seeräubern Unterschlupf zu gewähren (Oldbg. Urk. B., Band Jever, 63 und Lübeckisches Urk. B., Band 4, 700). Nach dem Lübecker Urkundenbuch wird Hillert Meyena als Häuptling von Cleverns und Hohenkirchen bezeichnet. Seine Bezeichnung von Cleverns beruht sicherlich auf die direkte Abstammung von Meyo Tammana von Sandel-Cleverns, und mithin war sein Großvater ein Schwiegersohn von Hillert dem Jüngeren von Lauerens. Die Besitznachfolger von Lauerens waren um die Mitte des 15. Jahrhunderts die verschwägerten Verwandten der Häuptlinge von Jever, die Kankena von Wittmund, dann die Lübben von Rodenkirchen. Hillert Meyena, der letzte Häuptling von Lauerens, hatte wahrscheinlich eine Tochter, die mit Dude Didensone verheiratet war. Dieser Dude und sein Bruder Gerold wurden 1419 hingerichtet (vergl Chronik Lübben). Die Schwester der beiden in Bremen hingerichteten Brüder, Ivese, war verheiratet mit Hayo Harles dem Häuptling von Jever. Didde Lübben, der Sohn des vorge. Dude, war durch seinen Vetter Tanno Duren, dem Häuptling von Jever, in Hohenkirchen als Vogt eingesetzt. Er hatte Erbansprüche auf die eine Stelle zu Lauerens durch seine Mutter, wie es urkundlich heißt (Riemann: Die Chronica Jeverensis, anno 1592). In der Familie Lübben erscheint dann auch der Name Hillert mehrfach (Hillert um 1500, Hillert Mamme Dudde, geb. um 1550, und dessen Sohn Siberen Hillers).
1497/98:
„Meyo Hillerts besaß zu Lauerens (Lowenswerven) die eine Stelle
dortselbst" (Ostfr. Urk.
B., Band 2, 1566/7). Es handelt sich bei vorstehender Urkunde um das Testament des Häuptlings Eger Kankena, Tannos Sohn von Wittmund. Er klagt darüber, daß Dydens Kinder (d.s. die Lübben von Rodenkirchen) ihn seines Besitzes zu Lauerens entwältigt hätten, die er und sein Vater dort gehabt hätten. Ein Onno war der Pächter dieser Stelle zu Lauerens. Die andere Stelle zu Lauerens besaß Meyo Hillerts, wie ebenfalls aus diesem Testament hervorgeht. Auszug aus dieser Urkunde: „Ock bekenne ick Egher Tannen, dat dat Land dat Onno to Lowenswerve plach to bruken, uns is sestehalf stige hundert, dat nu my entweldighet hebben selighen Dyden kindern, my van Godes rechte tohoert un my vader dat unbesperrt, dewyle he up Wittmunde wonede, un ock chterna plach to brukende, un ick acherna een tyd lank, un hoert nicht to Meye Hylderts lant.“ Nach dem Landrichter (Ehrentraut) von 1542 folgt dann zu Lauerens der Landrichter Hillert Popken, der nach der Zeit gerechnet aus der 3. Generation der Hillert-Popken-Sippe kam. Der Sohn von Hillert Popken, Junker Hillert Popken Junior, besaß dann Lauerens. Danach Hillert Popken von Stumpens, der Sohn des Popke Hillers. Sein Grabstein befindet sich in der Kirche zu Hohenkirchen. Die Hillert-Popken-Sippe, die in den ältesten Zweigen die Namen Side, Siddike u. Siddiken, Idzeke und Idzeken zusammen in wechselnder Form mit Popke und Popken oder Hillert und Hillers immer wieder führte, ist auf Grund dieser gleichen Namensbildungen, wie bei denen von Reiseburg ähnlich, und dem Erbvorgang zu Lauerens durch Hillert Popken dem Landrichter als Abzweigung der Reiseburger zu erkennen. Ein langjähriger Familienerbstreit wegen der Reiseburg, den die Kinder des Hero Tannen von Sandel verursachten, wurde von Hillert von Lauerens (Dem Dritten) durch Zerstörung der Reiseburg beendet, wobei Side Popken jämmerlich den Tod fand (Sello, Östringen/Rüstringen, S.100/1)
Die Urkunde über das Geschlecht von Reiseburg To reyseborch dar heft I ghewont, de heft gheheten tyard Hillerzen de hadde dar eyn steynhus stan die dat godi unn syn eghen erue was dar hadde de to ligghen ok to reyseborch XXI stighe hundert dat godeh vun syn eghen erflike erue was unn di hadde 2 Dochtern die ene het hyme un de ander heyt hisse un dar haddi he by ligghen ene borch ghehete Heddechusen unn dar hadde he to VII stighe hundert dat ok godes unn syn eghen was unn dusse tyard gaf de ene Dochter hissen en manne de heyt yne hedderzen unn gaf om den borch mede to brutschatte unn al de to behoringhe unn der andern Dochter hyme der gaf he enen man de heyt ytsche unn gaf or mede de borch to reyseborch ok myt aller to behoringhe unn dusse II telden enen sonen de heyt popke ytzeken de poppeke ytzeken de was here tantzen grotewader unn de hysse to hedechusen di telde nenen aruen so hisse do starf do vel die borch up over suster sone up popke ytschen myt der to behoringhe unn dat salue arue to beiden borghen dat is nu vor sat noch vorkoft unn dat nemende van rechte men gode unn heve tanzen unn synen kinderen vor enen rechten arff name unn dat stennhus dat smeyt dal eyn de heyt hillern to lonerzen dar popke ytsche unn he mennich jar eyn swar veyde unne verden dar side popken sone jammerliken ower ghemordet wart. Nach Sellos „Territoriale Entwicklung des
Herzogtums Oldenburg“ war Popke Idzeke, Sohn des Idzeke von Reiseburg, vermählt
mit Gerbrich, einer Tochter des Ino Tiarkesna, der um 1350 auf Burg Inhausen saß.
Popkes Tochter Hillert war verheiratet an den Häuptling Tanno Iben von Sandel,
dem Vater des Hero Tantzen. Hero war verheiratet mit Tjader, Tochter des Ike
Onneken des Älteren auf Inhausen. Mit ihm, der um 1450 aus Inhausen durch Alke
vertrieben ward, erlosch der Mannesstamm der Häuptlinge von Sandel. Seine
Tochter Wimet war die zweite Ehefrau des Hieco Boings von Gödens und Werdum und
eine Vorfahrin des bekannten Ulrich von Werdum, der 1681 starb, und dem wir die
Niederschrift über die Zerstörung Reiseburgs durch Hillert von Lauerens
verdanken. Die
sinngemäße Übersetzung der obigen Originalurkunde lautet: Zu Reiseburg wohnte Tiard Hillers, auf seinem Eigenerbe von 21 Stiege hundert Landes, er hatte 2 Töchter, Hime und Hisse, ferner besaß er noch die in der Nähe liegende Burg Heddekhusen (jetzt Herzhausen bei Wiefels) mit 7 Stiege hundert Landes. Hisse verheiratete sich mit Ine Heddersen, sie bekam Burg Heddekhusen als Brautschatz. Hyme verheiratete sich mit Idzeke, sie bekam als
Brautschatz die Reiseburg. Die beiden letzteren
hatten einen Sohn, genannt Popke Itzeken, dieser war der Großvater von Hero
Tanzten, dem letzten Häuptling von Sandel. Die Ehe der Hise mit Ine Heddersen
blieb kinderlos, nach ihrem Tode fiel die Burg Heddekhusen an Popke Idzeken, dem
Sohn ihrer Schwester von Reiseburg. Nachdem wollten die Kinder des Hero Tantzen
die Reiseburg beanspruchen, deren Mutter die Tochter des Popke Ine war. Hierüber
entwickelte sich eine heftige langjährige Fehde zwischen Hillert von Lauerens
und Popke Idzeken, in deren Verlauf die Reiseburg zerstört wurde und Popkes
Sohn, Side Popken, jämmerlich ermordet wurde.
Die Häuptlinge von Inhausen und anverwandte
Geschlechter
Hauptquellen: Stammtafeln, Sello, Östringen, Seite 318,
319, 320, Oldbg. Urk. Buch, Band VI, 302: Testament Hico Boings, 1491,
dto. 415: Testament v. Wimet, 1502, dto. 251: Güterverzeichnis,
Sengwarden und Reiseburg, 1480
Die Häuptlinge von Laurens und anverwandte Geschlechter
Die Popken-Siddiken-Itzeken zu Hohenkirchen
Nachbesitzer von Lauerens
Erläuterungen zu den vorhergehenden Stammtafeln und
Seite 8 u. 9 1359: Die Häuptlinge von Sandel (Cleverns-Schortens) regierten nicht lange. Der letzte Häuptling zu Sandel war Tanno Iben. Derselbe wählte, zusammen mit vielen anderen Richtern und Häuptlingen, Edo Wimeken den Ä. zum ersten Landesführer (OUB, Jever, 56) und /Sello, Östringen, S.100). Tanno Iben war verheiratet mit Hillert Popken, der Schwester des Side Popken von Reiseburg. Beide waren Kinder des Side Popken von Reiseburg. Beide waren Kinder des Popken Idzeken und der Gerbrich von Inhausen. Der Sohn des Tanno Iben, Hero Tannen (Tantzen) war kein Häuptling mehr zu Sandel. Er wohnte mit seiner Frau Tjader auf ihrer elterlichen Burg Inhausen. 1382: Über das Geschlecht von Inhausen sind viele Einzelheiten überliefert.- Popke Inen, der Bruder der Gerbrich von Inhausen, die mit Popken Idzeken von Reiseburg verheiratet war, und Edo Wimeken von Jever waren anfangs gemeinsame Kampfgenossen und zusammen Schutzherren des Klosters Diekhausen in Ostfrsld. (Sello, Östringen, S.88). In Östringen widersetzten sich verschiedene Dorfhäuptlinge gegen die 1359 erfolgte Wahl Edo Wimekens zum Landesführer. Die Burg von Popke Inen, dem treuen Anhänger Edo Wimekens, wurde bei den Auseinandersetzungen von den Gegnern erobert, aber mit Hilfe von Edo Wimeken wieder eingenommen, ebenso wurde die Kirche zu Senkwarden zurückerobert. Popke Inen hatte 2 Töchter, Hise und Hillit. Der Sohn von Edo Wimeken, Dodeko, war mit Hise verheiratet. Dodeko starb früh ohne Nachkommen. Popke Inen nahm die Witwe nach Inhausen und verlangte den Brautschatz zurück, jedoch ohne Erfolg. Nun fiel Popke Inen von Edo Wimeken ab und suchte Freunde in Ostfriesland. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen gegen Edo Wimeken fand Popke Inen um 1391 den Tod (Sello, Östringen, S.89). Die 2. Tochter von Popke Inen, Hillit, war verheiratet mit Iko Onneken von Senkwarden, dieser war ein Sohn des ca. 1405 bei der Gefangennahme Edo Wimekens durch die Holländer erschlagenen Grote Onneken (Sello, Östringen, S.90). – Ikos Ehefrau Hillit, Popkes Tochter, starb bald; ebenso der Sohn Ine und dessen Sohn „junge Ine“. Iko Onneken heiratete in zweiter Ehe des Moritz Kankena von Wittmund Schwester, Hise von Dornum, die bald nach der Geburt einer Tochter, Tjader; an Gift starb. Die Geliebte von Iko Onneken soll es der Hise gereicht haben. Mit dieser Geliebten, Tette, hatte Iko Onneken mehrere uneheliche Kinder, darunter einen Sohn Alke, den späteren Besitzer von Inhausen. Die eheliche Tochter Tjader wurde die Ehefrau des Hero Tannen von Sandel, dem Sohn des dortigen letzten Häuptlings Tanno Iben (Sello, Östringen, S.92). – Der uneheliche Sohn Alke und seine Halbschwester Tjader und deren Ehemann wohnten gemeinsam auf Inhausen. Später vertrieb Alke seinen Schwager Hero Tannen und auch seine Halbschwester Tjader aus Inhausen. Edo Wimeken nannte Inhausen ein „mordhus unde defthus“. 1444: Die Tochter des vertriebenen Hero Tannen, Wimet, war verheiratet mit dem Häuptling Hico Boings von Gödens und Werdum. Hico Boings klagte wegen der Mitgift seiner Frau. Sie erbte Reiseburg, den großmütterlichen Besitz. Der rechtmäßige Erbe der Reiseburg wären anfangs Side Popken gewesen, der Bruder der Hillert Popken und Schwager des Tanno Iben von Sandel. Über die langjährige Familienfehde wegen der Reiseburg wurde schon ausführlich berichtet. Die angeführte Urkunde gibt keinen genauen Zeitpunkt an, wann die Reiseburg zerstört und wann Side Popken dort selbst ermordet wurde. Side Popken war anscheinend ein jüngerer Sohn, somit wurde er verdrängt durch die Nachkommen seiner Schwester. In der Urkunde wird auch nicht gesagt, ob und mit wem Side Popken verheiratet war. Er dürfte zwischen 1350 – 1400 gelebt haben. Die Schlichtung der Reiseburger Fehde war eine einseitige Stellungnahme seitens Hillert von Lauerens. Gemeint ist damit wohl Hillert der Dritte, der Sohn des Meyo Tammana, der als Onkel des Tanno Iben die Partei für seinen Neffen Tanno ergriff. In der Gemeinde Sengwarden und auf Burg Inhausen hatten in
doppelterBeziehung die Reiseburger und Sandeler Nachkommen Ansprüche. Auf seinem Erbgutzu Bauens-Sengwarden hatte Hero Sydiken sone, also Sohn des Side, 5 styghe gras (1 styghe = 20 gras, dem nach 100 grase Land), (OUB, Jever, 200, S.105). 1461: Den bereits geschilderten Umständen nach könnte er ein Sohn des Side Popken von Reiseburg sein. Ob dieser Hero Sideken ebenfalls, wie sein wahrscheinlicher Vetter Hero Tannen, von Alke aus der Gemeinde Sengwarden vertrieben wurde, ist urkundlich nicht überliefert. Die chronologische Fortsetzung aller überhaupt im Jeverland vorkommenden Siddikens sehen wir dann ausschließlich in der Gemeinde Hohenkirchen und Wiarden. Zu Hohenkirchen und Landeswarfen bestanden alte Erbansprüche für die Nachkommen der Sandeler. Das Geschlecht von Lauerens war mit Meyo Hillerts nach 1497 in der 5. Generation ausgestorben. Dessen Vater nennt sich noch 1400 Häuptling zu Hohenkirchen und Cleverns. Der Sandeler Häuptlingsbereich umfasste außer Sandel die Kirchspiele Cleverns und Schortens Urkundliche Tatsache ist ja auch, daß Hillert Popken der Ältere, der Landrichter, und ebenso die Nebenlinie der Popken Siddikens, zu Wiarden und Hohenkirchen Erbländereien hatten. Somit komme ich zu der Überzeugung, daß die chronologisch aufgeführten Siddikens Nachkommen des Side Popken von Reiseburg sind, wenngleich auch nicht anfangs immer urkundliche Verwandtschaftsgrade verzeichnet sind.
Nachtrag zum Erbgut des Hero Sideken zu Sengwarden nach Mitteilung
von Herrn G. Schipper, Ökonomierat i. R., Connhausen / Fedderwarden: Nach Hero Siddiken haben nach ihm auf seiner oder der abgetrennten Stelle zu Bauens gewohnt: Gralf Heeren, Rolf Siddiken, Gerik Popken, Popken Hillers. _______________________________________ Es handelt sich anscheinend um folgende Verwandschaftsverhältnisse: Gralf Heeren, Sohn des Hero Siddiken, Rolf Siddiken, Bruder des Hero Siddiken, Gerik Popken, Sohn eines Popke Siddiken, Popke Hillers, Sohn eines Hillert Siddiken Demnach hätte der erstgenannte Besitzer der Stelle zu Bauens folgende Brüder und Neffen gehabt:
Die Stelle zu Bauens war früher im Obereigentum der Häuptlinge von Inhausen/Knyphausen.
Die Popken-Siddiken in Hohenkirchen (Chronologische Fortsetzung von Seite 11, Ergänzung zu Seite 9) Die Popken- Siddiken zu Sengwarden-Bauens (1461- um 1500) lassen sich nicht weiter nachweisen. Fremde Namensträger waren die Nachbesitzer auf Bauens. Nach dem Oldenburger Urkundenbuch erscheinen dann ab 1501 weitere Namensträger. Der erstgenannte Popke Siddiken, 1501, wohnte anscheinend noch in der Gemeinde Sengwarden, da sein Pferd von Folf von Inhausen gestohlen war, worüber schon berichtet wurde. Von Ine Siddiken, 1538, ist ebenfalls der Wohnsitz nicht bekannt. Mit Siddike zu Mederns-Hohk., 1533, und Popke Siddiken zu Stumpens, 1533, beginnen dann genealogische Zusammenhänge. _____________________________
Zusammengestellt nach den angeführten Urkunden des Oldbg. Urkundenbuches, Band VI, Jever, und nach dem Landstellenregister von Hohenkirchen 1542, „Friesisches Archiv“ von Ehrentraut, mit Angabe der betreffenden Seiten.
Die Gliederung der Hillert-Popken-Sippe Wir nennen uns die Hillert-Popken-Sippe, da in vielen Zweigen der ganzen Sippe die Vornamen und Zunamen wie Popke und Popken, Hillert und Hillers immer wieder vorkommen. Der Landrichter Hillert Popken war die bedeutendste Persönlichkeit der großen Sippe, aber hiernach leiten wir nicht unseren Sammelnamen ab. Die Vorfahrenreihe liegt weiter zurück, wie aus den vorhergehenden Stammtafeln ersichtlich ist. Die Namen Hillert und Hillers kommen auch vor in Verbindung mit anderen Vor- und Zunamen. Aber in fast allen Zweiglinien setzte sich unser heutiger Familienname ständig mehr durch. Die heutigen friesischen Familiennamen haben sich aus dem ständigen Wechsel der Personennamen gebildet. Um 1500 und früher werden oftmals in den Urkunden die angeführten Personen nur mit einem Personennamen genannt. Dann erscheinen aber immer häufiger 2 und auch 3 Personennamen. In Regel ist der zweite Personenname aus dem ersten Namen des Vaters abgeleitet. Der zweitgeborenen Sohn wurde dagegen in der Regel mit dem ersten Namen nach dem Vater der Mutter benannt. In besonderen Fällen, wenn die Landstelle aus dem Besitz der mütterlichen Familie stammte, war es üblich den erstgeborenen Sohn nach der mütterlichen Ahnenreihe zu benennen. Die weiteren Kinder wurden in der Regel nach den Brüdern und Schwestern beider Elternteile benannt. Aus dieser alten Regel erklärt sich die Vielfältigkeit und der ständige Wechsel der Namen in den altfriesischen Familien. Um 1750 werden die Familiennamen dann langsam feststehend. Bei Zwistigkeiten in der Sippe sind dann Abweichungen der Gesetzmäßigkeit der Namensregelungen zu erkennen. Unsere Stammfolgen geben ein gutes Bild der alten Regeln der Namenswechselung. Die ältesten urkundlichen Stammväter der Popken-Linie zu Hohenkirchen und Wiarden sind Popke Siddiken und Popke Ulfers Während der Vater des Popke Siddiken ein Siddike, und der Vater des Popke Ulfers ein Ulfert gewesen sein müssen, ergibt sich die Wahrscheinlichkeit, daß diese beiden Väter Brüder gewesen sind. Deren gemeinsamer Stammvater ist dann wiederum Popke Siddiken gewesen. In der Linie Ulfers ist nämlich in weiteren Generationen der Name Siddike bzw. Siddiken als Vor- und Zuname nachzuweisen. Die Linie Popke Siddiken ist bereits in chronologischer und urkundlicher Zusammenstellung auf Seite 9 und 12 gebracht. Die Linie Popke Ulfers ist im ältesten Teil durch eine Urkunde belegt. In einem Testament vom Jahre 1495 wird die Besitzfolge des inzwischen verstorbenen Edo Popken geregelt. Auf Grund eines Familienvertrages wird nun für seine junge Witwe und ihre Kinder, aber auch für seine alte Mutter Teite gesorgt. Die Nachkommen der 3 Söhne ergeben sich dann aus den Land- und Erbregistern. Das Testament liegt im Original im Staatsarchiv Oldenburg, abgedruckt ist es im Oldbg. Urkundenbuch, Band Jever, Nr.325. Eine alte handschriftliche Stammtafel aus der Sammlung des Remmer Popken von Hohenkirchen zeigt auch diese Zusammenhänge auf. Hiernach ergibt sich folgende Stammfolge:
Von den 3 urkundlichen Brüdern Edo, Lübbe und Minieth, stammen die Popken-Eden, die Popken-Lübben und die Popken-Minieths ab. Nach den Aufzeichnungen von Remmer Popken stammen dessen Vorfahren auch aus der Popken- Siddiken- Linie. Remmer Popken führte 1657 das gleiche Wappen wie die Popken-Siddiken-Hillers von Stumpens, das alte Stammwappen mit Krone und Lilien. Ebenso führte Remmer Popken eine Hausmarke, nach dem Grundzeichen der Popken-Hillers Marke von Stumpens. Er ließ 1657, in seinem Heiratsjahr, eine kleine Dokumententruhe anfertigen, worauf das Wappen und die Hausmarke mit der Jahreszahl zu sehen war.
Die Gliederung der
Hillert-Popken-Sippe
Linie Popken-Ulfers-Siddiken
Obige Stammtafel ist eine Wiedergabe alter Aufzeichnungen des Remmer Popken von Hohenkirchen aus den Jahren 1660/70. In der Gemeinde Wiefels wohnte auch eine Familie Popken-Minieths; beginnend mit Minieth Popken 1577, dann Popke Minieths und Hayo Minieths 1641, dann Minieth Popken 1655, dann Hayo Minieths 1666. Die Voreltern von Remmer Popken wohnten auch in der Gemeinde Wiefels im Ollacker- Scheeperhusen (siehe Stammtafel, Seite 19). Der Name Edo kommt in Hohenkirchen öfters in einer Zweiglinie der Remmer Popken-Linie vor. Auch sind gegenseitige Patenschaften zwischen den Popken-Minieths und den Nachkommen des Remmer Popken nachzuweisen. Leider hat Remmer Popken nicht den genauen ältesten verwandtschaftlichen Zusammenhang vermerkt, aus welcher Generation sein Vorfahre Siut Popken aus der Edo Popken-Linie abgezweigt ist. Nach der Zeit gerechnet, ist Siut Popken ein Vetter des Edo Popken 1495 gewesen. Remmer Popken schrieb darüber nur, daß seine Vorfahren aus dem Popken-Ulfers-Siddiken- Stamm hervorgegangen seien.
Besitzverhältnisseder Hillert-Popken-Sippe
Das Landstellenregister von Hohenkirchen von 1542, „Friesisches Archiv“ von Ehrentraut, gibt Aufschluss über den Landbesitz unserer Vorfahren; außerdem dann das Erbregister von 1587. Die Stammfolgen auf den vorhergehenden Seiten zeigen die Verwandtschaftlichen Zusammenhänge an. Die Quellenangaben sind jeweils gekürzt wie folgt angegeben: FA = Friesisches Archiv, ER = Erbregister. Siddike tho Mederns-Hohenkirchen, seine Kinder waren: Eggerich Siddiken zu Mederns, er besaß 5 Styghe + 6 gras = 106 gras Mamme Siddiken zu Mederns, er hatte 5 gras von Eggerich Siddiken gepachtet, FA, S.427.
Popke Siddiken zu Hohenkirchen, seine Kinder waren: Siddike und Itzeke, beide hatten 12 gras Land an Edo tho garmens (Hohenkirchen) verpachtet, (FA, S.425) und an Cord tommen und mamme oyken zusammen 87 gras in Hohenkirchen, (FA, S.422). Siddike und Itzeke werden kurz bezeichnet „tho Stumpens“. Außerdem hatte Ine tho Stumpens 6 Styghe gras = 120 gras an Popke tommen verpachtet, (FA, S.420).
Popke Hillert Popken, auch kurz genannt Hillert Popken (Poppen) der Landrichter zu Jever besaß folgende Ländereien: 15 gras zu Mederns, verpachtet an Mynert haygen, (FA. S.427) 80 gras im Osterott, verpachtet an Tyark clausen, (FA. S.420) 107 gras im Westerott, verpachtet an Remet Peters to Lanswerven, (FA. S.424) 80 gras zu Lauerens verpachtet an Tyark to Lauerens, (FA. S.424) 282 gras = ca. 95-100 Hektar.
Außerdem besaß Hillert Popken in der Nachbargemeinde Wiarden die alte Burg, später „Sparenburg“ genannt. Das später adligfreie Gut Sparenburg hatte 1617 einen Landumfang von 157 grase. Hillert Popken der Landrichter starb vor 1550, da sich 1550 seine Witwe Frau Anthonie geb. Rüschen mit Jasper v. Sparenburg verheiratete. Ab dieser Zeit heißt das Gut „Sparenburg“. Der Sohn von Hillert Popken sen. war Hillert Popken jun. Nach einer Urkunde im Stadtarchiv zu Jever schenkte Hillert Popken jun. 40 gras Land zu Lauerens (Landeswarfen) an Fräulein Maria von Jever für die Befreiung von 58 gras Land zu Landeswarfen. Er hat demnach Abgabenfreiheit gegenüber der Herrschaft Jever damit erzielt. Die Urkunde mit seinem Siegelwappen ist vom 10.12.1573. - Im „Tide“ Heft 10, 1921/22 schreibt Pastor Woebken hierzu: “Landeswarfen und die Familien Ibbeken und Popken“. Zu Landeswarfen wohnte 1522 der Lange Frerk. 1542 finden wir dort „Ibbik lange Frerichs". Er war zu Landeswarfen, wo er wohnte, jedoch nur Erbpächter. Die Stelle gehörte Fräulein Maria. Er kaufte eine benachbarte Stelle von dem Landrichter Hillert Popken. Noch eine dritte Stelle, die 1542 ebenfalls dem Landrichter Hillert Popken, 1587 der Herrschaft gehört, ist später mit der ersten vereinigt. Diese beiden Stellen bilden heute die südliche Stelle zu Landeswarfen im Besitz von Gralf Popken daselbst. Nach der Mutterrolle und dem alten und neuen Renteiregister ergibt sich folgende Besitznachfolge zu Landeswarfen-südliche Stelle:
Anton v. Lindern, Dr. Anton Klepperbein, Florian Klepperbein, Fr. Reg. Rätin Klepperbein und dann Gralf Popken (Gralf III.), geb. 1748, siehe Stammtafel Linie Popken-Riklefs, S.18. Zu Landeswarfen westliche Stelle wohnten seit 1600 nach den gleichen Quellen: 1. Riklef Tiarks, gest. vor 1632, 2. Tiark Riklefs, 3. Riklef Tiarks, 4. Edo Riklefs, 5. Anke Cath. Boyken, Tochter des Vorigen, 6. Hieme Marg. Boyken, 7. Anna Cath. Gerels/Siebels, 8. Conrad Popken seit 1825, derselbe stammt aus der Linie Popken-Riklefs. Zur Zeit wohnt auf dieser Stelle Gerd Popken, ebenfalls aus der Linie Popken-Riklefs stammend. Lt. Erbregister von 1587 gebrauchte Riklef Tiarks auf der genannten Stelle 82 gras Herrschaftsland. Landeswarfen-Westen ist demnach ursprünglich weder eine Popken- noch Ibbeken-Stelle gewesen.
Weitere Besitzverhältnisseder Hillert-Popken-Sippe
Popke Hillert zu Stumpen-Wiarden, Sohn des Hillert Popken Siddiken, geb. um 1540/50, gest. vor 1618, besaß 143,5 gras Land, davon 133,5 eigen und 10 gras Herrenland (Herrschaft Jever), (ER 1587). Danach folgt sein Sohn Ulrich Popken, geb. um 1590/1600, gest. 29.11.1677. Popken Siddiken zu Wiarder-Altendeich, der Bruder des Popke Hillers, besaß 101,5 gras Land, davon eigen 60,5 gras, 31 gras Herrenland, 10 gras Hilgenland (Kirchenland), (ER 1587). Hillert Popken zu Auhuse-Hohenkirchen, Sohn des Popke Hillers von Stumpens geb. um 1580, gest. 2.1.1637, besaß 90 gras Land zu Auhuse-Hohenkirchen und außerdem 58 gras zu Lauerenswerven (Landeswarfen), vorher dem Hillert Popken jun. gehörend, dem Sohn des Landrichters Popke Hillert Popken, lt. Abgaberegister v. 1618 und Mahnzahlregister. Onneke Popken zu Stumpens aus der 2. Stelle dort, Sohn des Popke Hillers geb. um 1580, gest. vor 1603, besaß 59,5 gras. Ab 1603 folgt dann Onneke Brörken, (ER 1587) mit Nachtrag 1603 (vergl. Stammfolge Seite 9). Außerdem besaßen die weiteren abzweigenden Söhne viele Landgüter und Ländereinen im ganzen Jeverland. Hierüber kann nur eine gesonderte Zusammenstellung einen Überblick geben. Der Landrichter Hillert Popken hatte nur einen urkundlichen Sohn, den bereits angeführten Hillert Popken jun. Von diesem sind keine Nachkommen bekannt. Zur engen Verwandtschaft des Landrichters gehört jedoch die Linie Popken zu Landeswarfen-nördliche Stelle. Es folgen dort nacheinander: 1679 Gerhard Popken, Pastor in Hohenkirchen, geb. 1623, Oldenburg, gest. 1692, Hohenkirchen, verheiratet 1651 mit Icke Beate Ibbeken, des Ibo Ibbeken von Landeswarfen Tochter, 1690 Lübbe Rudolf Popken, geb. 1658, Hohk., gest. vor 1716, verheiratet 1686 mit Beate Ibbeken, des Frerich Abbeken Tochter, 1720 Ww. Beate Popken geb. Ibbeken, 1740 Gerhard Popken, Sohn des vorigen Lübbe Rudolf Popken, geb. 1687, gest. 1750, unverheiratet., 1751 Remmer Onnen Popken, Sohn des Johann Bernhard Popken, dem Bruder des vorigen Lübbe Rudolf Popken, geb. 1702, gest. 1761, 1768 Johann Bernhard Popken, Sohn des Remmer Onnen Popken geb. 1747, gest. 1769, unverheiratet, 1770 Anna Maria Hinrich geb. Popken, Schwester des vorigen Johann Bernhard Popken, 1796 Sophia Marg. Bauermeister, Tochter der Halbschwester der Anna Maria Hinrichs, geb. Popken, 1831 Gralf Popken von Landeswarfen-südliche Stelle durch Kauf, danach dessen weitere Nachkommen: Familie Menno Popken. Der erstgenannte Pastor Gerhard Popken und alle Nachkommen führen den festen Familiennamen Popken. Sein Vater war der Ratsherr Eilert Popken in Oldenburg. Dort in der Stadt hatte man schon die feststehenden Familiennamen kennengelernt. Das Wappen zeigt 2 Lilien und Krone wie im Wappen zu Stumpens und dann außerdem die 3 Adlerkrallen wie im Siegel des Landrichters Hillert Popken. Vergleiche hierzu die vordere Bildtafel. Vor dem Pastor Gerhard Popken wohnte zu Landeswarfen auf der nördlichen Stelle: Abbick Ibbeken 1604, Sohn des Ibbik Ibbeken und seiner Ehefrau Teite Popken, gebürtig aus der Linie Tiark Popken von Warfen bei Pakens, 1648 folgt dann der Sohn Frerk Abbiken, dann die Tochter Beate, dieselbe war verheiratet. mit Lübbe Rudolf Popken, dem Sohn des eingangs genannten Pastor Gerhard Popken. Die nördliche Stelle zu Landeswarfen ist also ursprünglich eine Ibbeken- Stelle. Nachkommen dieser Gerhard Popken Linie waren dann zuletzt in Jever: Gerhard Popken, Justizrat, geb. 1712, gest. 1765, beerdigt in der Kirche zu Jever. Gerhard Popken war ein Bruder des Remmer Onnen Popken von der nördlichen Stelle zu Landeswarfen. Zwei Söhne des Gerhard Popken zu Jever waren: Ulrich Popken, geb. 1752, gest. 1787, unverheiratet, Advokat, Conrad Gerhard Popken, geb. 1764, gest. 1847, unverheiratet., Kaufmann.
Die Wappen und Hausmarkender Hillert-Popken-Sippe
Die alten Chronik von Stumpens, geschrieben von R.M.A Oetken 1840, beginnt mit Hillert Popken Siddiken, dem Sohn des Sidikke (Popken) von Stumpens. Am Kamin der Halle zu Stumpens ist die Hausmarke des Popke Hillers mit der Jahreszahl 1573 zu sehen. Daneben steht H.P.S., das ist sein Vater Hillert Popken Siddiken. Die gleiche Hausmarke des Popke Hillers ist auch am Hause mit der Jahreszahl 1572 zu sehen. Das heutige Gutgebäude zu Stumpens, d.h. der alte Teil mit der Kaminhalle, ist demnach 1572/73 erbaut. Nach der Oetken-Chronik erbaute Popke Hillers 1572 das so genannte Steinhaus zu Stumpens. Als Steinhäuser werden besonders festgebaute Häuser bezeichnet, ähnlich den alten Häuptlingshäusern. Stumpens hat anscheinend jedoch weder Gräben noch Wälle gehabt wie die alte Burg des Landrichters Hillert Popken zu Wiarden, der späteren Sparenburg. Weiter heißt es in der Oetken-Chronik: Die Familie bediente sich auch eines Familiensiegels, wie aus angebrachten Namen und Inschriften ersichtlich, welches später immer gebraut wurde. Auf einem Grabstein im Gang der Kirche zu Hohenkirchen war früher noch das Wappen zu erkennen. Der alte Gralf Popken von Landeswarfen, gest. 1944, hatte davon noch eine Zeichnung. Es handelt sich um die Grabplatte des Hillert Popken von Auhuse- Hohenkirchen, gest. 2.1.1637, Sohn des Popke Hillers von Stumpen und Enkel des Hillert Popken Siddiken. Das gleiche Wappen, nach einer alten Zeichnung eines Glasfenster zu Stumpens, besaß der frühere Pächter des jetzigen Landgutes Sparenburg. Es war in einem Pfuhlrichterbuch eingeheftet. Das Wappen zeigt wie im Siegel zu Stumpens die Reiskrone und darunter 3 Lilien. Außerdem zeigt das Wappen heraldische Helmzier mit einer Lilie auf dem Helm. Die Farben sind goldene Zeichen auf blauem Grunde. In der Hausmarken- und Wappensammlung von Baurat Rauchheld im Staatsarchiv zu Oldenburg ist das Wappen des Remmer Popken von Hohenkirchen mit 2 Lilien und 3 Ähren angegeben. Baurat Rauchheld hat wohl eine beschädigtes Siegel vor Augen gehabt und im Vergleich mit dem Wappen der Linie Popken-Riklefs, der heutigen Familie zu Landeswarfen, angenommen, es müßten 2 Lilien sein und darunter 3 Ähren. So ist nämlich das Wappen der Popken-Ricklefs überliefert. Ein Testament vom 3. August 1788 (im Besitz von Herrn Oetken, Wilhelmshaven, einem Nachkommen des Schreibers der alten Stumpenser Chronik), zeigt noch das alte Familiensiegel von Stumpens mit der Krone und den 3 Lilien. Daneben ist die Unterschrift von Ulrich Popken von Stumpens zu lesen. In der Linie Remmer Popken wurde ein gleiches Siegelwappen noch nach 1800 in Middoge auf ein Testament angebracht. Eine eiserne Kaminplatte von Landeswarfen zeigt im Schild auch Krone und 3 Lilien. Das Wappenschild ist seitlich von Rittern gehalten. Die Platte dürfte aus dem 15. Jahrhundert stammen. Sie diente viele Jahre als Zisternendeckel, ist aber jetzt wieder in meinem eigenen Kamin eingemauert. Das Stammwappen der Hillert- Popken- Sippe ist demnach das Kronenwappen mit den 3 Lilien. Die Linie Popken-Riklefs führte dagegen, wie schon angeführt, außer der gleichen Krone 2 Lilien, darunter noch 3 Ähren und im geteilten Schild den berühmten friesischen halben Adler. Auf der Bildtafel sind alle Wappen zu sehen. Oftmals wurden aber noch von einzelnen Personen der Sippe Hausmarken im Wappen geführt. Daneben dann meist der halbe Adler. Diese Wappen galten jeweils jedoch nur für die betreffende Persone. So führte Conrad Popken zu Gottels-Hohenkirchen neben den halben Adler 3 Ähren und eine Hausmarke oder Rune, die anscheinend aus der Familie seiner Ehefrau stammt. Conrad Popken zu Gottels stammt aus der Linie Popken-Riklefs. Anscheinend hat er aus dem alten Siegel seiner Vorfahren den halben Adler und die 3 Ähren übernommen und dazu die Hausmarke seiner Frau gesetzt. Das Wappen ist noch am Hause zu Gottels zu sehen. In schlechter Nachbildung auch am Hause zu Landeswarfen-südliche Stelle und an der neuen Familiengruft zu Hohenkirchen.
Die Gliederungen der Hillert-Popken-SippeLinie Popken-Riklefs-Hillers
Ausführliche
Stammtafel bis zur Gegenwart im Angang, Tafel II Obiger Hinrichs Popken von Hooksiel verheiratete. sich 1655 mit Sophia Cath. Ibbeken von Landeswarfen, Tochter des Ibbo Ibbeken. Nach Gralf Ibbeken von Landeswarfen wurde weiterhin der Name Gralf in den Generationen bis zur Gegenwart geführt (Siehe Heft 2). Alle waren Bauern und Hoferben, bis auf Gralf VIII., er war Dr. med. und starb kinderlos in Brasilien.
Die Gliederungen der Hillert-Popken-SippeLinie Popken-Siuts-Remmers Generation:
Soweit keine Berufe angezeigt sind, (1.-7. Generation), waren die Vorfahren Bauern. Außerdem sind bis zur Gegenwart 19 Lehrer aus dieser Linie hervorgegangen (siehe chronologische Aufstellung Seite 20). Ausführliche
Stammtafel bis zur Gegenwart im Anhang, Tafel III
Die
Lehrer aus der Linie Remmer Popken
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
18.08.2011 |