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Ein Vermächtnis Hans Popkens, Sippenforscher

 

Fotos aus heutiger Zeit

 

 

Dokumente:

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Heft 1

Heft 2

Heft 3

Sparenburg

Häuptlinge

Popkensburg

Mag. Gerh. Popken

Linie Hillers, Sande

Linie Popken Hillers

Fam. Popken Datters

Heft 4

Sippentag

 

Stammtafeln:

Grosse Stammtafel mit Wappen

Grosse Stammtafel ohne Wappen

Stammtafel Remmer Popken

Stammtafel Ricklef Popken

Stammtafel Siddiken Hillers

Stammtafel Hillert Popken

Stammtafel Häutlingszeit

Stammtafel Siuts

Stammtafel Ibbeken

Vorfahren Bremerhaven

 

 

 

Heftumschlag DinA4

Die Hillert Popken Sippe

Familie Popken

Landeswarfen-Oldenburg

Heft 1 (1250-1650) – 10 Blätter  

 

 

Vorwort

Liebe Sippenverwandte!

Nach langjähriger Forschung kann ich hiermit die Chronik der Hillert Popken Sippe allen Verwandten zugänglich machen. Ein Gesamtdruck aller Aufzeichnungen war wegen der erheblichen Kosten nicht möglich. Somit sind wir gezwungen, zuerst den ältesten gemeinsamen Teil als Heft 1 herauszugeben. Die folgenden Hefte, welche jährlich herauskommen könnten, werden die einzelnen Linien jede für sich ausführlich behandeln, darunter die lückenlosen Zusammenhänge der einzelnen Generationen mit Besitzverhältnissen, Lebensbeschreibungen, Ahnenbildern usw. bis zur Gegenwart. 

In dem ältesten Teil meiner Arbeit lassen sich durch Zufallsfunde und weitere angestrengte Forschungen noch viele Punkte ergänzen. Vor der Zeit der Kirchenbücher, die etwa Mitte 1600 beginnen, sind sämtliche Daten selten zu erlangen, da die Erbregister und sonstigen Urkunden nur die einzelne Person erwähnen. Auch mit dem Einsetzen der Kirchenbücher ist noch mit den darin enthaltenen jahrelangen Lücken zu rechnen. 

Besonderen Dank habe ich unserem jeverländischen Heimat- und Familienforscher Georg Janßen, Sillenstede, abzustatten, der mir stets mit Rat zur Seite stand.

 

Hans Popken

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis
Seite

Die Richter und Häuptlinge von Lauerens 

5

Die Burg Lauerens 

5

Hillert von Lauerens zerstört Reifeburg 

6

Hillert Meyene, Häuptling zu Lauerens und Hohenkirchen und die Vitalienbrüder 

6

Die Besitznachfolger der Häuptlinge

a) Die vertriebenen Häuptlinge von Wittmund und Rodenkirchen, die Kankena und die Lübben

7

b) Landrichter Hillert Popken

7

c) Lange Frerk (Familie Ibbeken)

8

Die Sparenburg Hillert Popkens

9

Die Kirche zu Hohenkirchen

11

Die Gräber im Gang der Kirche

12

Unsere Wappen und Hausmarken

14

Die Wappen und Hausmarken der Familie Ibbeken

17

Stammtafel Popken und Ibbeken

(Anhang)

_____________________________________________________________________

D r u c k :   K . M .   P o s t e l      O l d e n b u r g   i . D .      H a u p t s t r a ß e   2 8  

 

 

 

 

Seite 5 Inhaltsverzeichnis

 

Das Wangerland, im nördlichen Jeverland gelegen, mit seinem Hauptgauort Hohenkirchen, 1350 „Hoekerken“ vorher „Goekerken“, d.h. Gaukirche, und seiner Warfenkette, darunter unsere früheren und jetzigen Wohnstellen: Landeswarfen, Groß- und Klein-Werdum, Gottels und Bübbens ist seit Jahrhunderten unsere Heimat. Zu Landeswarfen, früher Lauerenswerven, liegt das alte Lauerens. In alter Zeit die Wasserburg der Richter und Häuptlinge (Judices) des Wangerlandes, diese siegelten und zeichneten im 13. und 14. Jahrhundert als „Judices, aldermani et totos populus terrae wangiae“. Noch heute erhebt sich auf den südlichen Ländereien von Gralf Popken der grabenumgebene, steindurchsetzte grüne Hügel, auf alten Flurkarten mit „Borch“ bezeichnet, in der Nähe die unter alten Bäumen gelegene, ebenfalls grabenumgebene Gericht- und Galgenstätte.

In diesem hier ehemals wohnenden Häuptlingsgeschlecht, denen „von Lauerens“, kehrt der Name Hillert in der alten Schreibweise als Hilderadus, Hildericus oder Hilderich immer wieder. Nach Ansicht des Archivrats Sello haben wir Glieder einer Familie vor uns1). Ein jeverscher Chronist2) schreibt zu der alten Erbstätte: Wie im Jahre 1359 Edo Wiemeken von Rüstringen, her auch nach Östringen und Wangerland gerufen ward, betrieben die mächtigen Richter und Häuptlinge seine Wahl. Unter diesen wird an der Spitze Hillert von Lauerens genannt, welcher damals also wohl der mächtigste Richter im Wangerland gewesen sein muß.

Die alten Chroniken melden nichts über die Lage es alten Lauerens. Die älteste Aufzeichnung der in dem Kirchspiel gelegenen Grundstücke ist uns in einer Originalhandschrift vom Jahre 1542 erhalten3). „vormeldet de arffgueder jn dem karspel Hoehkerken bejde egen und huer arue, geljk jeder brükelth und want toberorjch js, gescreuen anno 1542“. Nach dem Funnenser roeth und Hochkarker roeth folgt Westerroeth (Rotte = Bauernschaft). Hier beginnt es mit Landeswarfen (Lansweruen), dann folgt Lauerens, dann Werdum (Werden). Hiernach ist Lauerens zwischen Landeswarfen und Werdum zu suchen, nordöstlich von Werdum, nördlich von der zweiten Pastorei, südlich und ganz in der Nähe von Landeswarfen. Die Zuwegung zur alten Burg Lauerens führt von der alten Pastorei nach dort, der „Junkersweg“. Zwei alte Mauerreste, anscheinend von der Zugbrücke herrührend, wurden hier um 1854 ausgegraben. Hier hat Hillert von Lauerens, der mächtige Richter, gewohnt, aber seine Herrlichkeit, so schreibt der Chronist, ist längst untergegangen. Die Höhen von Landeswarfen und Werdum sollen in alten Zeiten der friesischen Selbstverwaltung als Thingplätze gedient haben. Während die erste Siedlung, der Herd des Geschlechts, und ihr ganzer Bereich „Lauerens“ hieß, entstand daneben und daraus aber mit der Zeit auf großer Warf eine neue Dorfsiedlung, die zum Unterschied Lauerens-werfen genannt wurde, später Lanswarfen, jetzt Landeswarfen. Im Jahre 1149 meldet die Östringer Chronik bereits eine Feste des Wangerlandes: ,,Die Östringer zogen ins Wangerland und machten die Feste nieder“. Da nun Hohenkirchen der Mittelpunkt des Gaues war, wird hiermit wohl die Wasserburg zu Lauerens gemeint sein.

 

Es folgen auf Lauerens nacheinander4): 

Hillert der Ältere von Lauerens

„Hilderadi senioris“ unterschreibt eine Urkunde vom Jahre 1294 indem die Bauern von Werdum, und zwar im westlichen Dorfe der Gemeinde Hohenkirchen, ein Drittel ihres Anwachses außerhalb des Deiches der Kirche von Hohenkirchen zu dauerndem Besitze überweisen.

 

Hillert der Jüngere von Lauerens

„Hilderich von Lovenerse“ schlichtet einen Streit zwischen Jever und Bremen im Jahre 1306.

 „juvene Hjderadi de Laurense” tritt im Jahre 1331 wiederum als Vermittler eines Streitfalles auf.

  „Hilderadus de Lowrinze“ und die übrigen Richter „judices terrarum Ostringia et Wangia“ schreiben an den Bremer Domdekan Mauritius betreffs der eingeforderten Jahreszinsen im Jahre 1354

  „Hilderd de Laurenswerven“ schlichtet im Jahre 1355 eine Sühne und leistet den Eid. 120 Mark und der Verlust aller Güter treffen denjenigen, der einen von der Gegenpartei totgeschlagen hat.

  „Hilderadus de Laurens“ betreibt mit anderen Richtern und Häuptlingen, wie Inno Tiarkesna von Burg Inhausen und Tanno Iben, Häuptling von Sandel,  die Wahl Edo Wimmekens zum ersten Häuptling über Rüstringen, Östringen und Wangerland im Jahre 1359.

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1) Sello: „Östringen und Rüstingen“, S.109/110

2) Sammlung Ehrentraut bei Rentner Borchers, Jever

3) Erbregister, Jever 1542

4) Oldbg. Urkundenbuch, Jever und Knyphausen

 

 

Seite 6 Inhaltsverzeichnis

 

 

Dieser Hillert der Jüngere hatte verwandtschaftliche Beziehungen zum Häuptling Popke Itzeken auf Reiseburg im Kirchspiel Westrum, dessen Steinhaus um die Mitte des 14. Jahrhunderts nach langjähriger schwerer Fehde wegen Erbregelungen durch Hillert von Lauerens (d. J. 1306 bis 1359) zerstört wurde. Der Reiseburger, Popke Itzeken hatte wiederum verwandtschaftliche Beziehungen zum Häuptling Ine und seinem Sohn Popke Ine auf Burg Inhausen. Popke Ines Tochter war verheiratet mit Junker Doddeke, dem Sohn des Häuptlings Edo Wiemeken von Jever. Hier sehen wir, wie die herrschenden Familien vielfach miteinander versippt waren. Mit diesen beiden Häuptlingen mit den Personennamen Popke sehen wir unseren späteren Familiennamen in dieser Form zum ersten Mal urkundlich. Im folgenden gebe ich die Urkunde über die Zerstörung Reiseburgs im Original und in einer sinngemäßen kurzen Übersetzung wieder.

 

 Hillert von Lauerens zerstört Reiseburg

 To reyseborch dar heft I ghewont, de heft gheheten tyard Hillerzen de hadde dar eyn steynhus stan die dat godi unn syn eghen erue was dar hadde de to ligghen ok to reyseborch XXI stighe hundert dat godeh vun syn eghen erflike erue was unn di hadde 2 Dochtern die ene het hyme un de ander heyt hisse un dar haddi he by ligghen ene borch ghehete Heddechusen unn dar hadde he to VII stighe hundert dat ok godes unn syn eghen was unn dusse tyard gaf de ene Dochter hissen en manne de heyt yne hedderzen unn gaf om den borch mede to brutschatte unn al de to behoringhe unn der andern Dochter hyme der gaf he enen man de heyt ytsche unn gaf or mede de borch to reyseborch ok myt aller to behoringhe unn dusse II telden enen sonen de heyt popke ytzeken de poppeke ytzeken de was here tantzen grotewader unn de hysse to hedechusen di telde nenen aruen so hisse do starf do vel die borch up over suster sone up popke ytschen myt der to behoringhe unn dat salue arue to beiden borghen dat is nu vor sat noch vorkoft unn dat nemende van rechte men gode unn heve tanzen unn synen kinderen vor enen rechten arff name unn dat stennhus dat smeyt dal eyn de heyt hillern to lonerzen dar popke ytsche unn he mennich jar eyn swar veyde unne verden dar side popken sone jammerliken ower ghemordet wart.

Zu Reiseburg wohnte Tiard Hillers, auf seinem Eigenerbe von 21 Stiege hundert Landes, er hatte 2 Töchter, Hime und Hisse, ferner besaß er noch die in der Nähe liegende Burg Heddekhusen (jetzt Herzhausen bei Wiefels) mit 7 Stiege hundert Landes. Hisse verheiratete sich mit Ine Heddersen, sie bekam Burg Heddekhusen als Brautschatz. Hyme  verheiratete sich mit Idzeke, sie bekam als Brautschatz die Reiseburg. Die beiden letzteren hatten einen Sohn, genannt Popke Itzeken, dieser war der Großvater von Hero Tanzten, dem letzten Häuptling von Sandel. Die Ehe der Hise mit Ine Heddersen blieb kinderlos, nach ihrem Tode fiel die Burg Heddekhusen an Popke Idzeken, dem Sohn ihrer Schwester von Reiseburg. Nachdem wollten die Kinder des Hero Tantzen die Reiseburg beanspruchen, deren Mutter die Tochter des Popke Ine war. Hierüber entwickelte sich eine heftige langjährige Fehde zwischen Hillert von Lauerens und Popke Idzeken, in deren Verlauf die Reiseburg zerstört wurde und Popkes Sohn, Side Popken, jämmerlich ermordet wurde5).

Nach Sellos „Territoriale Entwicklung des Herzogtums Oldenburg“ war Popke Idzeke, Sohn des Idzeke von Reiseburg, vermählt mit Gerbrich, einer Tochter des Ino Tiarkesna, der um 1350 auf Burg Inhausen saß. Popkes Tochter Hillert war verheiratet an den Häuptling Tanno Iben von Sandel, dem Vater des Hero Tantzen. Hero war verheiratet mit Tjader, Tochter des Ike Onneken des Älteren auf Inhausen. Mit ihm, der um 1450 aus Inhausen durch Alke vertrieben ward, erlosch der Mannesstamm der Häuptlinge von Sandel. Seine Tochter Wimet war die zweite Ehefrau des Hieco Boings von Gödens und Werdum und eine Vorfahrin des bekannten Ulrich von Werdum, der 1681 starb, und dem wir die Niederschrift über die Zerstörung Reiseburgs durch Hillert von Lauerens verdanken.

   

Hillert Meyene,

Häuptling zu Lauerens und Hohenkirchen

 

 „Hildert Meyene, hoftling tho Loverinze und Gorkerken“, der als Nachkomme (Sohn) Hillert des Jüngeren bezeichnet wird6), übernahm am 25. Mai 1400 in der Gasthauskirche zu Emden den Hansestädten gegenüber die Verpflichtung, daß sie nie wieder Seeräubern Unterschlupf gewähren wollten. Er schließt sich hiermit der folgenden Urkunde an, die 2 Tage vorher abgeschlossen war.

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5) Sello: „Östringen und Rüstingen“, S.100/1

6) Oldbg. Jahrbuch 1919/20 S,.10  

 

 

Seite 7 Inhaltsverzeichnis

 

 

Emden, 1400 Mai 23, Sonntag vor Urbani.

„Wy hovetlinge unde menheyt des ghantzen landes to Ostvreslande, also dat beleghen is twyschen der Emse unde der Wesere“, sollen und wollen nimmermehr zu ewigen Zeiten keine „vytalienbrodere edder ander rovere“, die den Kaufmann zu Wasser oder zu Lande schädigen, in ihrem Lande oder Gebiete hausen oder hegen. Alle Kaufleute sollen sicher und frei fahren und verkehren, „upp oren rechten tollen, den se oldinges pleghen to ghevende“. Das Gut Schiffbrüchiger in der „se bynnen landes edder buten in der se“, wird gegen Arbeitslohn geborgen. Brauchen sie dabei keine Hilfe der Eingesessenen, so haben diese keinen Anteil daran. „Alle breve, de den menen hensesteden edder eyner stadt besunderghen gegeben sind,“ bleiben in Kraft. Unter den anderen siegeln: „Ede Wymmekens, hoventlink in Rostringes verdendel, Lubbe tzyvestissone, Nonko Duressone, Tzasse Duressone, junge Folkolf to Schortinse, Volkerd Jagens sone, Dide Luben sone, hovetlink to Rodenkerken, Eggo Heringes, Peko Egkardes sone, Tonto van Langwarde; Sagharderland mit orem segele und Astringerland mit seghele.“

An die Zeiten der Seeräuberei erinnert noch die in der Nähe von Landeswarfen gelegene „Kaperei“ (Stelle Becker), wohin ein Sieltief, die „Poggenburger Leide“ führt. Hier sollen die Vitalienbrüder ihren gekaperten Raub geborgen haben, um nach der ihnen seitens der Häuptlinge von Lauerens gewährten Gastfreundschaft auf neuen Raub auszugehen. Vor Jahren wurden beim Schlöten des Siels Reste von Schiffsplanken und Masten gefunden, wie von einer Kogge herrührend.

Aus nicht zu erklärenden Gründen nahmen nach Hillert Meyene, dessen Todestag unbekannt ist, die Jeverschen Häuptlinge die Ländereien zu Landeswarfen in Anspruch und gaben sie als Lehnsgüter ihren verschwägerten Verwandten, den vertriebenen Häuptlingen von Wittmund und Rodenkirchen, den Kankenas und Lübbens. Hierzu ausführlich:

 Die Besitznachfolger der Häuptlinge zu Lauerens

 Die Besitznachfolger zu Lauerens waren um die Mitte des 15. Jahrhunderts die Wittmunder Kankenas. Tanno Kankena, später sein Sohn Eger, besaßen 110 hundert Landes (1 hundert = 0,5 gras, 1 altes jeverl. gras = 35,14 ar) zu Lowensenwerve. Diese an einen Onne verpachteten Ländereien wurden dem Eger Kankena durch die Kinder des verstorbenen Dide von Hohenkirchen (Sohn des 1419 in Bremen hingerichteten Didde Lübben von Rodenkirchen) entwältigt. Diesen folgte direkt oder indirekt Landrichter Junker Hillert Popken. Das Maß des Landes entspricht fast genau dem, welches Hillert Popken nach dem Hohenkirchener Erbregister 1542 besaß, nämlich 107 hundert Landes. Insgesamt besaß Hillert Popken 1542 allein in der Gemeinde Hohenkirchen 282 hundert, während den Urenkeln jenes Dide zu dieser Zeit nur noch 40 hundert in der Hohenkirchener Gemeinde und 26 in der Westerrot desselben Kirchspiels verblieben waren. Dieser Besitzwechsel war möglich durch die gegenseitigen Verschwägerungen der Häuptlingsgeschlechter. Hajo Harles Mutter war Heva Kankena, und er war verheiratet mit Ivese, der Schwester von Didde und Gerold Lübben, den Söhnen des Rodenkirchener Häuptlings Didde Lübben, der von den Bremern vertrieben war. Die Häuptlinge von Wittmund waren vom ostfriesischen Grafen Edzard und den Hamburgern 1456 vertrieben, nachdem sie mit Tanno Düren von Jever, Graf Gerd von Oldenburg, Edo von Gödens und Cyrk Kankena von Friedeburg ein Bündnis gegen Graf Edzard geschlossen hatten. Nach der verlorenen Schlacht bei Norden hielt sich Tanno Kankena in Oldenburg und Jever auf und besaß zu dieser Zeit Ländereien zu Lauerens (Landeswarfen).

   

Landrichter Hillert Popken

 

Mit Hillert Popken, geb. vor 1500, gest. nach 1543, tritt zum ersten Mal unser Familienname auf Landeswarfen in Erscheinung. Er und sein Sohn Hillert Popken jun. wohnten offenbar noch in dem alten Steinhause zu Lauerens, laut Urkunde7) von 1591 als „Junker“ bezeichnet, sieht man noch heute den Junkersweg nach der Burgstelle führen. Er gehörte zu den ersten des Jeverlandes, wie zahlreiche Urkunden mit seiner Unterschrift anzeigen. Als Landrichter Frl. Marias zu Jever siegelt und zeichnet er viele Staatsverträge, darunter am 26.Juni 1540 den zwischen dem Grafen Enno II. von Ostfriesland mit Frl. Maria von Jever zu Kloster Östringfelde geschlossenen Vergleich8). Auch die Bezeichnung „Junker“, welche gewöhnlich nur für Häuptlinge oder deren Abkömmlinge üblich war, sowie die weiteren Besitzungen außerhalb der Gemeinde Hohenkirchen darunter das adligfreie Gut „Sparenburg“ bei Wiarden kennzeichnen seine edle Herkunft.

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 7) Sparenburger Akten, unter adlig freie Güter D.L.A. (Manuskript Tesenfitz)

8) Oldbg. Urkundenbuch, Jever und Knyphausen, Urk. 988

 

Seite 8 Inhaltsverzeichnis

 

 

Zu beachten ist, daß Hillert Popken als abgabenfreier Vollerbe die Ländereien zu Lauerens, die vorher von den Jeverschen Häuptlingen eingezogen waren, ihm von Frl. Maria wieder zurückgegeben wurden. Eine Abstammung von denen von Lauerens kann dieses nur erklären. Seinen Zunamen Popken (Poppen) möchte ich zurückführen auf eine Verschwägerung Hillert des Jüngeren mit Popke Idzeke von Reiseburg; wenngleich auch die Erbregelungsfehde der beiden letzteren nichts über die Art der Verwandtschaft verrät. Wie wir von der Entstehung der friesischen Familiennamen wissen, war es üblich, dem ererbten Vaternamen einen zweiten von den Ahnen mütterlicherseits anzuhängen. Z.B. in Linie Ricklef Popken; Gralf Ibbeken Popken führt den Zwischennamen Ibbeken nach Gralf Ibbeken, dessen Enkelin Sophie Catharina Ibbeken mit Hinrich Popken, dem Großvater des Gralf Ibbeken Popken verheiratet war.

Zur Zeit Hillert Popkens wohnte zu Landeswarfen „der lange Frerich“, der Stammvater der Familie Ibbeken, die in der Folge viele verwandtschaftliche Beziehungen zu den Popkens hatten. Er hieß wegen seiner auch bei den Friesen auffälligen Körperlänge „Lange Frerk“. Sein Sohn Ibbik lange Frerk war ein Vertrauter Frl. Marias und stand ihr mit seinen Leuten bei, als die Burg in Jever 1532 von den ostfriesischen Grafen belagert wurde. Er war ein begüterter Mann. Nicht weniger als 264 Grase nannte er in der Gemeinde Hohenkirchen sein eigen. Auf der Stelle zu Landeswarfen, wo er wohnte, war er jedoch nur Erbpächter. Sie gehörte Frl. Maria. Er kaufte eine benachbarte Stelle von Hillert Popken sen. Noch eine dritte Stelle, die 1542 ebenfalls Hillert Popken, 1587 der Herrschaft gehörte, ist später mit der ersten vereinigt. Diese beiden bilden heute die südliche Stelle zu Landeswarfen im Besitz von Gralf Popken9). Die nördliche Stelle zu Landeswarfen kaufte 1604 Ibbik Ibbeken, der Sohn des Ibbik lange Frerichs. Dann besaß Hillert Popken-Auhuse, Sohn des Popke Hillert von Stumpens, nach Hillert Popken jun., dem Sohn des Landrichters Hillert Popken sen., zu Landeswarfen im Jahre 1618 einmal 58 grase und außerdem 99,5 grase Landes10). Der westliche Teil zu Landeswarfen blieb zum größten Teil immer im Besitz von Popkens. Diese Zweige gehen aber infolge der friesischen Namenswechslung unter verschiedene Namen, wie Ricklefs und Nannen auseinander. (Vergleiche Stammfolge.)

Der weiter Besitzt Hillert Popkens zu Wiarden, die „Sparenburch“, ging nach seinen Tode um 1550 durch die Heirat seiner Frau Anthonie geb. Rüschen mit dem Burgvogt der Sparenburch an die Nachkommen dieser Ehe über. Näheres hierzu im Artikel: „Die Sparenburg Hillert Popkens.“ Die Abzweigungen von Hillert Popken saßen auf Steinhaus Stumpens, zu Wiarder Altendeich, auf Warfen bei Pakens, auf Auhuse, Groß Aukens und der Stammvater der heutigen Linie Popken zu Landeswarfen, Popke Ricklefs im westlichen Teil zu Landeswarfen, dem „Westerröth“, heute Werderrott. Sein gleichnamiger Enkel, Popke Ricklefs, kaufte sich in Hooksiel an, dessen Sohn Hinrich Popken, Kaufmann und mehrfacher Landgutsbesitzer zu Hooksiel und Pakens, heiratete Sophia Catharina Ibbeken, durch deren beider Nachkommen der Name Popken wieder nach Landeswarfen kam.

Auf Landeswarfen, südliche Stelle, war nun durch den Landkauf 1540 Ibbik lange Frerichs Besitzer dort geworden. Sein Sohn Ibbik Ibbeken heiratete Teite Popken, Tochter des Tiark Popken von Warfen (Linie Stumpens). 1594 tritt Gralf Ibbeken (1568-1640), ein Sohn des vorigen, den Hof in Landeswarfen an. Dessen Sohn, Ibbo Ibbeken (1603-1670), hatte außer 6 Töchtern keine männlichen Nachkommen. Die eine Tochter, Sophia Catharina Ibbeken, heiratete 1655 den Hinrich Popken von Hooksiel (s. oben). Aus dieser Ehe gingen die noch heute blühenden drei Linien in Landeswarfen hervor. Ibbo Ibbekens älterer Bruder, Ziut Ibbeken, hinterließ dagegen eine Nachkommenschaft, die auch in männlicher Linie weiterblüht.

Der erstgeborene Sohn des Hinrich Popken und seiner Frau Sophia Catharina Ibbeken wurde, gemäß der friesischen Namensgebung, nach dem Großvater Popke Ricklefs getauft. Diese Popke Ricklefs verstarb aber früh, der zweitgeborene wurde dagegen, der friesischen Namensgebung entsprechend, nach Gralf Ibbeken, dem Großvater mütterlicherseits, Gralf Popken getauft.

Der Name Gralf wurde hinfort Tradition, heute sitzt auf Landeswarfen, südliche Stelle, Gralf Popken XI., geb. 1906. In der Linie zu Stumpens erscheint der Name Hillert immer wieder, um sich dann ganz als Familienname herauszubilden. Meine Linie, Remmer P., die auf Werdum bei Landeswarfen wohnte, später in Middoge, führte den Namen Remmer duch alle Generationen. Die Geschichte der Familie Ibbeken wurde 1931 von Pastor Heinrich Ibbeken geschrieben und im Verlag des Johs. Ibbeken gedruckt.

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 9)Die Tide, Heft 10, Jahrgang 1921/22 von C.Wöbken, Sillenstede

10) Jever, Abgabenregister 1618 Hohenkirchen  

 

Seite 9 Inhaltsverzeichnis

 

 

 

An die Ehe des Ibbik Ibbeken mit Teite Popken erinnert noch ein altes Sandstein-Torportal mit dem alten Landeswarfener Hausspruch und der Jahreszahl. Links die Hausmarke des Ibbik Ibbeken, rechts die der Teite Popken; heute eingemauert im Hausflur des alten Stammhauses zu Landeswarfen, südliche Stelle (z.Zt. Gralf Popken XI. Erbhofbauer.  

 „Dorc stil sin unn hopenig werd gi starck 

Woe Got heft, de heft it alles. 1582.“

 

 

 

 

Die Sparenburg Hillert Popkens

 Im Kirchspiel Wiarden liegt das ehemals adligfreie Landgut „Sparenburg“. Noch sind die alten Gebäude zum Teil erhalten, umgeben von riesiger Graft. Dieses Gut war Eigentum des Landrichters Hillert Popken von Landeswarfen. Am 10. März 155011) wurde dem Burgvogt Jasper zu Sparenburg, der die Ww. Hillert Popkens, Anthonie geb. Rüschen geheiratet hatte, weiterhin die Sparenburg als abgabenfrei von Frl. Maria von Jever bestätigt. Jasper Sparenburg, der seinen Namen nach der Burg führt, hatte mit seiner Frau Anthonie verw. Popken 2 Söhne, Hieco und Meynert. Landrichter Hillert Popken hatte ebenfalls 2 Söhne, Hillert (und Gerd P.?). Hillert Popken jun. war verheiratet mit Marie v. Drebber. Diese Drebbers wohnten in Jever in der St.-Annen-Straße und hatten bei Jever ein adligfreies Gut. 1609 verkaufte die Witwe des Bürgermeisters Otto v. Drebber, Lude geb. Varendorp auf Hunteburg dasselbe. Graf Johann von Oldenburg bestätigt am 28. September 1591 das von seinem lieben getreuen verstorbenen Hillert Popken (jun.) am 16. September 1581 aufgereichte Testament; nachdem Hillerts Hausfrau Marie v. Drebber vor ihrem Junker gestorben; sowie die Vererbung und Aufteilung der Güter zur „Borch“ an dessen Halbbruder Meynert zu Sparenburg, sowie Hillert Popkens Bruder und nächsten Blutsfreunden12). Das Wappen der Burgvögte - der Sparenburger - befindet sich links neben dem alten Sruchstein im Giebel des Hauses mit der Jahreszahl 1593: „Mein Got, all Unglück von mir wend, Und gib zuletzt ein selig End“. Das Wappen zeigt neun sternartige Punkte, darunter drei aufrechtstehende Sparren. Rechts neben dem Spruch befindet sich ein Wappen mit einem stehenden Löwen. Hieco Sparenburg starb 1598 nach einem alten Grabstein, der im Hausgiebel eingemauert ist. „Wird aber einmal,“ so berichtet Ludwig Strackerjahn in seinem Sagenbuch, „ein gewisses Stück Land hinter dem Kirchhof zu Wiarden, das immer im Grünen liegt, aufgebrochen, so werden die Türken nach Jeverland kommen und alles abbrennen.“ Und wie es auf den meisten Junkerplätzen spukt, so geht bei Sparenburg ein Füllen ohne Kopf um.

 

Consent und bestettigung

Über weilandt Hillert Poppen Meinert Sparenborch

aufgetragener Verlassenschaf.

m. dom 591.

 WIR JOHAN GRAVE zu Oldenburg und Delmenhorst, Herr zu Jhever Füegen einem jeden dises unsers Consent undt Mitbriefs ansichtigen, hiermitt zu wissen, Nachdem weilandt bei lebzeitt des Wolgebornen Fräuwleins Marien gebornen zu Jhever, unser freundliken vilgeliebten Mödder, wolseeliger undt Christmilter gedechtnus, mit ihrer Liebden Consent, wissen undt willen, Inn beisein deroselb Drosten, Räte undt vornemer Diener, Weilands der auch Ernvest unser lieber getreuer Hillert Poppen Zur Borch, Im Wyrder Carspel gesessen, seiner lieben Haußfrauwe Marie von Drebber, Wie dann a contra Marie von Drebber, Hillert Poppen ihren haußwürth per reciprocam donationem begifftiget, solcher Condition, Woferne Hillert der Eheman vor seiner Haußfrauwen todts abginge, daß seiner nachgelassenen Wittwe Marie von Drebbern, alle seiner güter liegendt und wahrend, nicht allein die behaußung, zur Borch, mit allen zugehörigen Länderei, sonder auch die Länderei bei Brahmanns Hause erblich haben undt behaltten, jedoch das sie gedachtes Hillerts negsten Blutsfreunden von sieben gras Landes, die Landsitlicher Hürr Jährlich endtrichten

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 11) Manuskript Tesenfitz: Die adligfreien Güter des Jeverlandes. D.L.A.

12) Sparenburger Akten. D.L.A.  

 

Seite 10 Inhaltsverzeichnis

 

 

 

 und alß seine freunde Zum Erblichen Abschiedt, damit begängig; do aber gedachte Maria vor ihres Ehemanns todt, die schuldt der Natur bezahlte, das ingleichen der Eheman ihr habende, oder noch zufallende ligend und wahrend güter, erblich behalten, und ihren freunden davon nichts volgen Zulaßen, schuldig sein sollte, Allein was sie aus bewilligung des Ehemans, Zimlicher Maßen Ihren freunden legiren wurde. Alles nach in Halt der darüber aufgerichten undt von wolgedacht unser seeligen lieben Moddere versiegelten und Confirniaten, Zwischen ihnen, den Eheleuthen aufgerichteten donation. Als nuhe nach gottes gnediger schickung vilangezognen Hillerts Poppens Hausfrauwen Marie vor ihrem Junker gestorben, und alß ihre güther durch solche donation auf Ihnen devolvirt, Er aber hernachen vermöge seines Anno achzig Ein den Sechzehenden Septembris aufgerichten Testaments alle seine erb undt donations weis von seiner lieben Hausfrauwe erlangte güter, dem Erewesten, unserem Hofjunkern undt lieben getreuen Meinerts Sparrenborch als seinen Halbbruder mit reifen Rath, guter Vernunft undt Verstants, ungezwungen und ungetrungen, auf vorgehenden unsern Consens, In beisein unsers Rentmeisters, auch Bürgermeisters zu Jhever, undt lieben getreuwen Theodor Eyben und Alberts von Roffhusen, welche wir Ime auf sein Underthänig anhalten Zuegeordnet undt anderer redtlichen leuth mehr, Jedoch das er imgleichen Vilbemelt Hillerts negsten freunden vor obgesagte Länderei die Landsittliche Jährliche huer endtrichten, und den Armen zu Wyhrden einhundert gemeine Thaler Zuerlegen verbunden sein soll, Erb undt eigen gegeben, geschenkt und aufgetragen alles nach Inhalt Hillert Poppen mit unserer bewilligung auftragung. Dierveil auch Meinert Sparenborch noch absterben obgedachts seines lieben vermöge jetzterwähnter Ubergabe, uns als den Landtsherrn, so hiebevor wie angezogen, darein Consendirt Ime Untherthänigkeit angelangt Im zu solche Güter zu bestettigung gedachts seines Bruders willen, Jedoch obberuhrten Parteyen Legata anßbescheiden zu Immittiren undt einzuweisen haben wir Ime solches, als der Landtsherr nit abschlagen wöllen. Dennach den Ernvesten Unserm Drosten zu Jhewer und lieben getreuven Jochim von Boselager bewelcht gegeben, bemelten unsern Hofjunkherrn undt lieben gereuven Meinerdt Sparenborch Anno achzig zwei am zehenden Aprilis, in Hillert Poppen güter und Landerei, vermöge vilangezogener Überlassung einzuweisen, dieselb als andre seine erbgüter zu gebrauchen und seines gefallens damit zu gebehren, jedoch nit uns wegen des Roßdienstes undt sonsten daran habenden gerechtigkeitt, wie imgleichen eines jeden Rechten Unschedtlich dessen zu wahren urkundt, haben wir solche zwischen den beiden eheleuthen bei lebzeitten undt bewilligung, wolbemelt unser seeligen freundtlichen lieben Moddern aufgereichte, und durch der beiden eheleuth todtlichen abgang bestettigte donation nebenbemelts Hillerts Poppen Ubergab, wie ingleichen die beschehene Immißion, mit unserm Ringpittschaft, wissentlich bestettiget, und vor disen brieff, neben Underschreibung unser eigen handt laßen hangen.

Geben zu Odenburg am acht und zwanzigsten Monatstag Septembris im fünfzehnhundert ein und neunzigsten Jahre.

                                                                                                                      Johan

 

Die in der vorigen Urkunde vom 28. September 1591 angekündigte Erbaufteilung der Sparenburger Gebäude und Ländereien an Hillert Popkens Bruder, seinen Halbbruder Meynert Sparenburg, sowie seinen nächsten Blutsfreunden findet ihren Abschluß in der uns durch Remmer Popken, Hohenkirchen überlieferten Urkunde13). Gralf Ibbeken und Nanne Ricklefs Popken unterzeichnen und siegeln, außerdem unterschreiben noch 2 Zeugen. Das Siegel von Gralf Ibbeken ist vollkommen unkenntlich, im Siegel von Nanne Ricklefs sehen wir seine Hausmarke mit Anfangsbuchstaben N.R. (vgl. sein Wappen auf der Stammtafel).

  

Ene Erbvergleich von

Junker Sparen Borches

Behusinge unde landerei

 Anno 1629 den 18 unt 19 August hebben genannte - - - Personen als Gralf Ibbiken, Nanne Ricklefs, Sibbeth Oiken, Mering Sibels, Willem Johanes, unt Tonis Eimerman, Junker Sparenborgers Behusinge unt landerei tho gelde gesettet in wiarder Carspel, debehusinge hebbe wie gesettet up 1756 R de shuer gesettet up 365 R dat backhuß hebbe rvy gesettet up - 30 R jeder gulden tho 11 shaf. Noch dat ander huß dar Inick Ianssen in rvanet hebbe wy gesettet up - 285 gulden tho 11 shaf, wadt anlangen dat de honert gras adliche landerei frei tho brucken une ewich beholen besonder den Roß Denst hebbe wy gesettet up - 5700 slichte  gut.

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 13) Originalurkunde im Fam.-Archiv  

 

 

Seite 11 Inhaltsverzeichnis

 

unde slim dorch de banck dall, dat andere landt als de 42,5 gras de Inick Iansen brucket, hebbe wie dorch de banck gesettet nach der adlich Freiheitt - up 1870 slichte dall Noch de 15 gras so by winso husen liggen welcke tho dat landt gehoret so Inick brucket hebbe wy gesettet in Suma tos – 525 slicht dall

 

 

Gralef Sybelß, Willim Johanes sine Nanne Ricklefs
Ibbiken Meryink,

gewanlicke Marck

 

 

 

 

 

Hohenkirchen und seine Kirche

Auf gewaltiger Warf erhebt sich im Dorfe Hohenkirchen die alte Gaukirche des Wangerlandes14). Die alte Bezeichnung „Hoekerken“ tritt erst 1350 auf, vorher hieß das Kirchspiel „Goekerken“ = Gaukirche, eine Benennung, die erst Ende des 15. Jahrhunderts ganz aufhört.

 Inneres der Kirche

 

 

 

Die erste Kirche soll nach Wolters (Chronicon Rastedense) von dem nordischen Apostel und späteren bremischen Bischof Ansgarius im 9. Jahrhundert erbaut sein. Dieses kann sich aber nicht auf den heutigen Bau beziehen, der wohl 300 Jahre später erstand. Die ist den beiden heiligen Sirtus und Sinnicius geweiht, deren Leichname Ansgarius nach Hamburg und später nach Ramelsloh gebracht hatte. Ansgar wurde 846 Bischof von Bremen. Die Kirche war früher eine Festungskirche. Edo Wiemeken der Ältere befestigte sie. Didde Lübben, der Sohn des 1419 in Bremen enthaupteten Dide, erneuerte die Befestigung mit Einwilligung des jeverschen Häuptlings Tanno Düren. Ein innerer Graben umgab den Kirchhof. Die Spuren eines äußeren Grabens von bedeutsamer Breite hat Herr Hauptlehrer Eden aufgefunden. An der Außenseite des Grabens liegen zwei Häusergruppen. Hier standen bereits Gebäude, als der übrige Raum im Umkreis der Kirche noch nicht bebaut war. Im Nordwesten sind es die drei Häuser, die den Namen Luxenburg tragen, und auf dem entgegengesetzen Ende, im Südosten, die sogenannte Knakenburg. Didde Lübben wohnte „thor Westen an der Kerkhave“. Sein Haus dürfte den Platz der Luxenburg eingenommen und ein Stück der Befestigung gebildet haben. Hier wohnten seine Nachkommen bis ins 3. Glied.

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14) Originalurkunde im Fam.-Archiv

 

Seite 12 Inhaltsverzeichnis

 

 

Sein Urenkel Hillert Mamme Dudde (get. 1610) hat einen Grabstein im Gang der Kirche, mit plattdeutschem Leichentext. Das Wappen sind 2 Rosen, eine Hausmarke und ein aufrechstehender Zweig. Auch die Namen seiner drei  Söhne Didde, Mamme und Syberen sind in den Stein gemeißelt. Nur der letzte hinterließ eine Tochter, die mit Johann Jacobs verheiratet war. Die Landstelle des Julius Jürgens gehörte nach den Erbregistern dem Hiller Mamme Dudde, davor seinem Vater Dudde Mamme und demnach auch wohl dem Großvater Didde Lübben. Das Wohnhaus liegt jetzt der Kirche gegenüber. Als in der Neuzeit sich der ländliche Handwerkerstand bildete, entstand rund um die Kirche das Dorf Hohenkirchen, sodaß diese längst nicht mehr frei liegt. Die Kirche liegt auf einem etwa 3 m über dem umgebenden Gelände hohen Kirchhofe, der einen breiten Umgang und an der Ostseite einen Vorplatz, den sogenannten „Blink“ hat. Auch sind noch Reste des den Kirchhof umgebenden Grabens vorhanden. Im Grundriß bildet die Kirche ein einfaches Rechteck, innen 38,40 m lang und 10,15 m breit. Sie hat 3 Eingänge, von Süden, Norden und Westen; die beiden ersteren, die sich nicht gerade gegenüber liegen, sind von gehauenen Granitquadern eingefaßt und mit solchen rundbogig überwölbt. Die eichenen Türen von 1678 und 1774 sind mit Schnitzwerk verziert. An der Innenseite befinden sich in der Mauer Vertiefungen zum Einlegen von Verrammelungsbalken. Die 1 m dicken Mauern haben bis zum Dach 10 m , im Giebel bis zum First 19 m Höhe. Sie sind von unten bis oben glatt, ohne Sockel und Gesimse, innen wie außen eins in der Front und an den Fugen von regelmäßig behauenen Granitfindlingen aufgeführt. Sie gehört zu den Schönsten im Jeverlande. Berühmt ist der Altar, ein Werk des Holzschnitzers Münstermann aus Hamburg. In der Kirche wurden neben der südlichen Ausgangstür von Pastor Maas zwei alte Sonnenradsymbole unter alter Vertünchung freigelegt. Der Chorgang ist ganz mit alten Grabsteinen ausgefüllt. Vor der Südtür liegt Hillert Popken, Auhuse, dessen Wappen und Inschrift auf dem Stein gänzlich abgetreten ist. Gleich dahinter liegen die Steine der Linie Popke Ricklefs mit Wappen und Inschriften gut erhalten. In Hillert Popkens Keller wurde als letzter Conrad Gerhard Popken von Gottels beigesetzt (gest. 1839), seit der Zeit sind die weiteren Verstorbenen in der neuen Familiengruft auf dem Kirchhof beigesetzt. Auf den Kellersteinen der Vorfahren der Familien Ibbeken sehen wir bei Ibbik Lange Frerichs die Hausmarke, bei Gralf Ibbeken das Familienwappen, das sich außerdem an der Kanzel, gepaart mit dem des Ricklef Nannen, befindet. Am Taufsteindeckel sehen wir nochmal das Ibbeken-Wappen, in Holz geschnitzt.

 

Die Gräber im Gang der Kirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aylt Gummels

 

 

 

Anno 1600, d. 3. Juli

 

 

A. 1588, d. 12. Nov.

 

 

 

Orgel

 

Anno 1612, 25. Febr.

 

 

 

Hillert Mamme

 

 

Ibbik lange Frerks

 

 

 

 

 

 

 

 

Duden

 

 

 

 

 

Altar

 

Ricklef Nannen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

u. Geil Ricklefs, Harm

 

 

 

A. 1637, d. 2. Jan.

 

 

A. 1640, d. 15. Nov.

 

 

 

 

Remmers Tochter

 

 

 

Hillert Popken

 

 

Gralf Ibbiken

 

 

 

 

 

An. 1624, d. 2. Juni

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

        Südtür

 

 

 

 

 

 

 

Familie Popken:       Hillert Popken, Ricklef Nannen

Familie Ibbeken:      Ibbik lange Frerks, Gralf Ibbiken, Aylt Gummels

Familie Lübben:       Hillert Mamme Duden  

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St. Katharina, um 1510

St. Pantaleon, um 1500

Anna Selbdrith, um1500

1510

1510

Die hölzernen Heiligenfiguren (flämische Arbeit), die früher die Kirche zierten, befinden sich jetzt im Landesmuseum zu Oldenburg

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Unsere Wappen und Hausmarken

 Vor der Einführung fester Familiennamen waren bei zunehmender Ausbreitung der Geschlechter die Wappen und Hausmarken von größter Bedeutung, da ja besonders bei uns in friesischen Gebieten die Familienzugehörigkeit durch den ständigen Wechsel der Personennamen nach 2-3 Generationen schwerlich zu erkennen war. Somit galten die Wappen oder Hausmarken in Siegelform als sicheres Erkennungsmal bei Erbregelungen und Vertragsabschlüssen und waren oft von größerer Bedeutung als der eigentliche Name. Die ersten ältesten Wappen unserer Hauptlinien veränderten sich kaum, nur bei Entstehung von neuen Linien wurden die Zeichen in geteilter oder vermehrter Zusammensetzung gebracht, um damit die betreffenden Linien zu kennzeichnen. Unsere ältesten Wappen, wie auch die der anderen führenden Familien unserer friesischen Heimat, zeigen ganz wie bei den Rittergeschlechtern des übrigen Deutschlands die nach allen Regeln und Gesetzen der Heraldik übliche Ausarbeitung. Die Schilder sind geschmückt mit Helm- und Mantelfaltenzier. Als redende, symbolische und dekorative Schildzeichen sehen wir bei uns die Kaiserkrone, die Lilien, den halben Reichsadler, die Adlerkrallen und als landwirtschaftliche Eigensymbole die Ähren und Kleeblätter.  Solche Wappen in rittermäßiger Aufmachung finden wir fast nur in den führenden Familien unserer Heimat, es waren die Familien, die als Erbgesessene auf ihren Höfen saßen. Sie waren die Aristokratie des Landes, aus ihren Reihen wurden die Häuptlinge, Siel-Deichrichter und Kirchenjuraten gewählt. Sie nahmen die Stellung im öffentlichen Leben ein, den der Adel des übrigen Deutschlands bildete. Diese Ämter haben sich Generationen hindurch von Vater auf Sohn vererbt, ohne jedoch erblich zu sein. Einen direkten Adel hat es bei den Friesen niemals gegeben. Alle Stände, ob Eigenerben oder Heuerleute, waren gleich frei, daher die „freien Friesen“. Die Friesen haben am längsten die germanischen Rechte überliefert, Leibeigenschaft und persönliche Hörigkeit waren niemals bekannt. Unser Stamm stellte dem Jeverlande die ganzen Jahrhunderte führende Persönlichkeiten, sodaß wir aus allen Linien zahlreiche Wappen und Hausmarken nachweisen können. Als ältestes ursprüngliches Wappen unserer Sippe möchte ich das Siegel Abb. 1 (Linie Gerd Popken) erkennen, wenn dieses auch nur aus jüngerer Zeit erhalten ist. Diese Linie stellt eine frühe Abzweigung dar und wohnte im 16. Jahrhundert in der Stadt Oldenburg. Magister Gerhard Popken , geboren 1623 zu Oldenburg, kehrte wieder nach Hohenkirchen zurück (nördliche Stelle, Landeswarfen). Die Krone mit 2 Lilien kehren im Siegel Abb. 3 (Linie Ricklef Popken, jetzt Landeswarfen) wieder. Meine Linie, Siegel Abb. 4 (Linie Remmer Popken, jetzt Oldenburg) zeigt wiederum die Krone und Lilien. Auf dem alten Stammsitz zu Gottels sehen wir am Alkoven die Krone geschnitzt (um 1750). Hillert Popken, Landrichter, führt im Siegel Abb. 2 nur die Adlerkrallen aus Siegel Abb. 1. Sein gleichnamiger Sohn Hillert Popken jun. führt wie sein Vater die Adlerkrallen, dieselben jedoch nach oben gerichtet, außerdem ist der Schild mit Helmzier geschmückt (Papier-Siegel auf Urkunde vom 10. 12. 1573, Amtsarchiv Jever). Die Adlerkrallen sehen wir in Siegel 3 und 4 nicht mehr, dagegen als neue redende Zeichen 3 Ähren. Die Adlerkrallen bedeuten wohl „Der Zupackende“.

Lacksiegel Linie Gerd Popken mit Namen: Remmer Ommen Popken (Enkel von Magister Gerh. Popken)

Urkunde 1739 zu Hohenkirchen

(Fam.-Archiv)

Lacksiegel Linie Ricklef Popken mit Namen: Gralf Ibbeken Popken Urkunde 1739 zu Hohenkirchen

(Fam.-Archiv)

1

3

Papiersiegel

Hillert Popken sen.

mit Inschrift: „Hilderich Popke Sigillum“ Urkunde 1541 zu Jever (O.L.-Archiv)

Lacksiegel Linie Remmer Popken mit Namen: Anna Popken, geb. Frerichs

Urkunde 1808 zu Middoge (Fam.-Archiv)

2

4

 

 

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Zu

Abb.3

Zu

Abb.1

Zu Abb.4

Zu Abb.2

 

 

Im Siegel des Gralf Ibbeken Popken (Abb. 3) steht unter dem Schild P.R., demnach zu urteilen wurde diese Pettschaft schon von dessen Urgroßvater, dem Popke Ricklefs zu Hooksiel, geführt. Die zwischen den Flügeln sichtbare Hausmarke zeigt die Grundzeichen der Hillert-Popken-Marke. Die weiteren Abzweigungen unserer Sippe, die Ricklefs bzw. Nannen zu Hohenkirchen im Westerrött (westliche Stellen bei Landeswarfen), sowie die Zweige zu Stumpens, Wiarderaltendeich, Auhuse, Warfen bei Pakens usw. führen jedoch niemals mehr unsere alten Stammwappen, sondern immer nur  P e r s o n e n w a p p e n .  Neben dem linksseitigen halben Reichsadler unsere Hausmarke, diese bei jeder Generation etwas verändert, unter Beifügung der Anfangsbuchstaben des Namens oder landwirtschaftlicher Symbole (Kleeblätter), vgl. Stammtafel. Bei uns und vielen anderen friesischen Geschlechtern sehen wir auf der linken oder rechten Seite des Wappenschildes den halben Reichsadler. Über die Adler in den friesischen Bauernwappen gibt es viele Deutungen, angeblich haben anfangs nur wenige Personen diesen durch Verleihung geführt, wurden von den Abzweigungen übernommen und als Symbol der Freiheit geführt. Der halbe Adler im Schilde rechts, von vorne gesehen, bedeutet Lenkung der Rechtshilfe, links im Schilde Kaiserhilfe, d.h. der Träger des Wappens soll vom Kaiser für geleistete Hilfe damit belehnt worden sein. Der Adler wurde halbiert, um daneben noch andere persönliche Eigenzeichen zeigen zu können.

In dem Wappen des Conrad Popken, verheiratet 1746 zu Gottels, finden wir erstmalig rechts unten einen uralte Rune, keine Popken-Hausmarke, die ja anders ist. Anscheinend ist diese Rune durch seine Frau hergeleitet, da 1739 das Wappen seines Bruders die Krone und Lilien zeigt.

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Wappen Conrad Popken

1746 zu Gottels

 

Als abzweigende Linie hat er als Kennzeichen die Rune im Wappen eingefügt unter Fortlassung der Krone und Lilien des Hauptstammes. Nach der Forschung Prof. Wirths ist es die sogenannte Ingrune, die 23. Rune der langen angelsächsischen Runenreihe, das Zeichen des Borjulmonats, unseres Dezembers, darstellend die Verbindung von Himmel und Erde der kosmetischen Gattung. Die Bedeutung hat sich in der germanischen Endung „ing“, abstammend von „gezeugt von“ in Geschlechtern und Ortsnamen gehalten. Die Ingrune ist das Jahreswendungssymbol = Lebenswende - oder Zeugungsrune, die Wiedergeburt des Frühlings. Das Wort „Ing“ ist überliefert von den Ingväonen einer alten nordischen Völkergruppe, benannt nach ihrem Häuptling Ing. Die Friesen sind aus den Ingväonen hervorgegangen. Auf alten Grabsteinen sehen wir noch die Ingrune in den anderen friesischen und angelsächsischen Nordseegebieten, in England, Holland und Schleswig-Holstein. Das Wappen des Conrad Popken sehen wir in Sandstein am Stammhaus in Gottels (Gemeinde Hohenkirchen) und an der Familiengruft zu Hohenkirchen. Erstmalig findet sich dieses Wappen auf einer silbernen Familientaufschale, die anläßlich der Vermählung des Conrad Popken 1746 mit dem Namen seiner Frau angefertigt wurde.

Über die Kronen in Siegeln und Münzen führt Archivrat Dr. Sello in seinem Werk „Östringen und Rüstringen“ an, daß laut Absatz 6 im sogenannten Friesenprivileg Karls des Großen die Krone den Friesen verliehen sein soll. Dieses sogenannte „Pseudo Carolineum“ wird als Fälschung bezeichnet, welches an sich aber nichts zu sagen hat. Daß unsere Vorfahren noch fest im Glauben waren, ihre Freiheit von Karl d. Gr. bekommen zu haben, zeigt uns eine Urkunde von 133815). Als Zeichen ihrer Machtstellung, ihres Selbstgefühls und im Glauben an dieses Privileg haben sie dann vielleicht die Krone in ihr Wappen eingefügt. Nach Ansicht des alten friesischen Schriftstellers Wiarda sei das Friesenprivileg 1247 ausschließlich, in Anlehnung an das von 802, für die Zwecke des sechsten Kreuzzuges angefertigt unter Hinzufügung allerlei Rechte, und in Groningen von den Kreuzpredigern den Friesen vorgelegt, um sie zur Teilnahme zu bewegen.

Daß übrigens Karl d. Gr. unseren germanischen Vorfahren keine Freiheit, sondern blutigste Unterdrückung brachte, lehrt uns heute unsere vom völkischen Gesichtskreis geschriebene Geschichtsforschung. Allerdings soll Karl den Friesen als Grenzmarkbeschützer gegen die nordischen Seefahrer besondere Rechte verliehen haben, worauf sich vielleicht teilweise die sagenhaften Überlieferungen gründen mögen.

   

 

Freiheitsprivileg Karls des Großen16)

Pseudo Carolineum

Anno 802

 

I.

Erlaß des alten von Caesar Augustus auferlegten Tributs von 20 Pfund Goldes

 

II.

Befreiung „a servitute Proprietaria“

 

III.

Freiheit von jeder ihnen gegen ihren Willen aufgedrungenen Oberhoheit

 

IV.

Das Recht, „consules“ zu erwählen, welche „in Causis saecularibus“ über sie richten

 

V.

Das Recht, daß diese consules alljährlich nach Römerart einen „potestas Frisia“ erwählen, dessen „regimen, dominium et potestas“ ganz Friesland unterworfen sein soll

 

VI.

Dieser „potestas“ soll die Befugnis haben, diejenigen Friesen, die genügendes Vermögen besitzen, um Ritterschaft zu üben, „colapha“ (Schlag an den Hals) zu Rittern zu machen, sie mit dem Schwert zu umgürten und ihnen den Schild zu reichen, auf den zum Zeichen der ihnen verliehenen Freiheit die kaiserliche Krone zu malen ist. Diese Ritter sollen gewappnet sein wie die französischen Ritter und zum Zeichen ihrer Freiheit das Haar „usque ad summitatem aurium“ gekürzt tragen.

 

Diese in Gegenwart von Königen, Herzögen und vielen anderen stolzen Mannen verliehenen Gaben ließ Karl der Große in einen Brief schreiben, der mit einem Siegel von rotem Golde bekräftigt wurde.

„Aldus mugen hit alle liude forstan, thet thi kening Kerl thene Fresa umbe thet kreftelike strid fri hewet gedan.“

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 15) Oldbg. Urkundenbuch, Jever und Knyphausen

16) Sello: „Östringen und Rüstringen“, S.25-28  

 

 

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In diesem Sinne - schreibt Sello - wurde die Krone, bisweilen zufolge ausdrücklicher Verleihung, auf Wappen und Siegeln von Städten, Korporationen und Privaten häufig geführt. Auf das Privileg möchten auch die Kronen zurückzuführen sein - so schreibt Sello -, die auf Siegeln und Münzen von Häuptlingen Frieslands zwischen Ems und Weser zu Ende des 14. und während des 15. Jahrhunderts neben dem persönlichen Wappen des Siegelführers oder Münzherrn erscheinen. 

 

Fundorte der übrigen Hausmarken und Wappen

(vgl. Stammtafel)

Hausmarken:

Popke Hillers: am Kamin und Hausgiebelstein zu Stumpens

Popke Siddiken: Sammlung Homeyer

Friswe (Eucken) Popken: aufrechtes und schrägliegendes Handgemal, Sammlung Homeyer

Folkert Hillers: Stein in der Wiarder Kirchhofsmauer

Hillert Popken-Auhuse: als schrägliegendes Handgemal, Sammlung Homeyer

 

Wappen:

Tiardt Popken Hillers: Holzgeschnitzt am Gestühl in der Wiarder Kirche

Ulrich Popken Hillers: Kellerstein zu Wiarden (jetzige Inschrift Fooken)

Heddo Tiarks (Popken). Grabstein zu Pakens

 

 

Die Wappen und Hausmarken der Familie Ibbeken

In der Familien Ibbeken lassen sich in den ältesten Generationen nur Hausmarken nachweisen. Erst Gralf Ibbeken führt ein Wappen, die weiteren Nachkommen veränderten dasselbe.

 

1582    1588

 

 

Ibbik lange Frerks und Ibbik Ibbeken

Tide Ibbeken

Lubbertus Ibbeken

zu Landeswarfen
Lacksiegel nach Sammlung Rauchheld, sowie Grabstein zu Hohenkirchen

zu Landeswarfen
Stein im Hause zu Landeswarfen

Tochter des Gralf Ibbeken
vereh. Lübben
Stein am Lübben-Hause zu Depenhausen

Bruder des Gralf Ibbeken
auf Warfen bei Pakens
Lacksiegel nach Sammlung Rauchheld

 

Gralf Ibbeken, 1628

zu Landeswarfen

Grabstein zu Hohenkirchen, in Holz

geschnitzt (Münstermann) am dortigen

Taufsteindeckel und an der Kanzel

Tide Ibbeken

vereh. Lübben, † 1661

Grabstein zu Waddewarden, in Holz

geschnitzt an der dortigen Kanzel

Hero Ibbeken, † 1693

Sohn des Ziurd Ibbeken,

Kaufmann in Oldenburg,

Grabstein zu Oldenburg (Gertrudenkirchhof)

 

 

 

30.08.2011